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Musharraf mag man nicht

August 7, 2008

Musharraf_Uniform

Diejenigen, die sonst immer gerne alles relativieren, Demokratie und Menschenrechte als westliche oder gar eurozentrische Extravaganzen betrachten, fordern diese ohne wenn und aber ein, wenn es gegen einen Verbündeten der USA geht.

Shah-Reza-Pahlavi-Last-Shah-Iran

Als General Musharraf die Macht übernahm, war Pakistan wohl das gefährlichste Land der Welt, die politische Kultur strotzte vor Gewalttätigkeit.

Man stand wieder einmal am Rande zu einem Krieg mit Indien. Beide Länder verfügen über Atomwaffen, was einem derartigen Konflikt ziemliche Brisanz verliehen hätte.

Zusätzlich war auch der Geheimdienst dank Nawaz Sharif von Islamisten unterwandert.

Nach 9 Jahren unter Musharraf gibt es immer noch viele Probleme – große Teile des Landes sind in Hand archaischer Stämme, die Fanatiker in den Koranschulen stellen weiterhin eine Bedrohung dar.

Aber es wurden auch große Erfolge erzielt. Durch seine besonnene Politik konnte der Konflikt mit Indien entschärft werden. Die von seiner Regierung begangenen Menschenrechtsverletzungen reduzierten sich auf ein zumindest für die Region erträgliches Ausmaß.

Die Demokratie hätte wieder eine Chance in Pakistan. Wichtig wäre jedoch, dass die pakistanische Intelligenzia dafür kämpft. Davon ist leider nur wenig zu merken.

Die PPP, die Partei der Intelligenzia glaubt wieder einmal die islamistische Bestie reiten zu können und versucht Musharraf durch ein Amtsenthebungsverfahren zu stürzen.

Ähnlich wie die iranische Intelligenzia im Jahr 1979, die sich statt für die mögliche Errichtung einer Demokratie einzusetzen lieber gleich bei einer richtigen antiwestlichen Revolution mitmachen wollte.

Eine derartige historische Chance hätten sich ihre 68er Gesinnungsgenossen an den Universitäten in Berlin, Paris und Bologna bestimmt auch nicht entgehen lassen.

Schließlich war Revolution und Kampf gegen den Imperialismus über 10 Jahre der große und leider unerfüllbare Traum gewesen.

Aber bekanntlich fressen Revolutionen ihre Kinder. Das gilt umso mehr für marxistische Kinder einer islamistischen Revolution. Freilich floh keines dieser ungeliebten Kinder in ein gelobtes Bruderland, sondern alle begaben sich exklusiv in die Höhle des Löwen, den imperialistischen Westen.

Fragt man einen dieser politisch bewussten Iraner heute über Mossadegh, wird er ihnen alle Einzelheiten über die Operation Ajax im Jahre 1953 und die unrühmliche Rolle des CIA erzählen, als wäre es gestern geschehen. Wenn es um die eigene Rolle bei der Revolution um 1979 geht, wird alles schon viel schwammiger.

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