Posts Tagged ‘Natascha Kampusch’

Plädoyer für eine unoriginelle Justiz

April 16, 2013

Andreas Unterberger kritisiert die österreichische Justiz im Fall Kampusch.

Die Mehrtäter-These mit dem Pornoring, der von der Spitze der Staatsanwaltschaft und dem Opfer gedeckt werde, ist natürlich – im Gegensatz zu einem banalen Einzeltäter, der sich noch dazu selbst der Gerechtigkeit entzogen hat – viel befriedigender und auch viel origineller.

Wir sollten jedoch verdammt froh sein, dass wir – im Gegensatz zu anderen Ländern – eine Justiz haben, die nicht unbedingt originell sein will, sondern sich zunächst einmal an die faden Fakten hält.

Eine Justiz mit einer originellen These ordnet die Fakten stets ihrer These unter.

In Italien gibt es unzählige Beispiele für jene Art von Justiz, wie sie sich jedoch gerade ein gelernter Jurist wie Andreas Unterberger nicht ernsthaft wünschen kann.

Verlockende Verschwörungstheorien

Februar 28, 2012

Wien. Wie sieht ein Mensch aus, der sich in selbstmörderischer Absicht vor einen Zug geworfen hat? Eine Antwort auf diese Frage könnte bald dazu führen, dass die Entführung von Natascha Kampusch ein weiteres Mal aufgerollt wird. Am 23. August 2006, kurz nach der Flucht des Opfers, hat sich Entführer Wolfgang Priklopil vor eine S-Bahn gelegt und ist getötet worden. Die von der Polizei gemachten Fotos des Toten zeigen aber einen weitgehend unversehrten Leichnam mit nahezu abgetrenntem Kopf.

Es ist jedoch unbestritten, dass Priklopils Leiche gefunden wurde, als der Zugführer anhielt, nachdem er einen Schatten wahrgenommen hatte.

Ob sich Priklopil selbst vor den Zug geworfen hatte, oder von einem Dritten auf das Bahngleis gelegt worden war, ändert nichts an der Tatsache, dass sein Körper vom Zug überfahren bzw. angefahren worden war.

Wie der Leichnam aussah, sagt höchstens etwas darüber aus, ob Priklopils Körper vom Zug weggeschleudert oder überrollt wurde.

Verschwörungstheorien sind stets verlockend, auch wenn meistens das Naheliegende und nicht das Komplizierte richtig ist:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/10/06/der-engel-mit-den-eiskalten-augen/

In diesem Fall ist wohl eindeutig der Selbstmord das Naheliegende und nicht ein Mord mit aufwendiger Verschaffung der Leiche auf das Bahngleis.

Auch beim berühmtesten Kriminalfall der österreichischen Geschichte erwies sich der naheliegende Versicherungsbetrug als richtig und nicht die von Proksch servierten (damals von vielen geglaubten) phantastischen Verschwörungstheorien:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2010/03/12/udos-spielkameraden/