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„Obama wie Osama, nur viel schlimmer“

Mai 13, 2011

Der Standard ist immer wieder für die Verbreitung von grobem Umfug verantwortlich.

Schließlich weiß man, was man seinen Lesern schuldig ist.

Nach dem Erdbeben von Haiti durfte eine Innsbrucker Universitätsprofessorin die große, böse USA wegen des angeblichen Einsatzes einer „Erdbebenwaffe“ gegen den armen, kleinen Karibikstaat anprangern.

Nun läßt man einen Gewinner des „alternativen Nobelpreis“ die Gemeinsamkeiten und feinen Unterschiede zwischen Osama und Obama aufzeigen:

Es gibt keine Beweise dafür, dass Osama bin Laden die Attentate vom 11. September 2001 geplant hat, so wie es keine Beweise gegeben hat für das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak, die Begründung für den US Angriff gegen das Land im Jahr 2003. Es stimmt, dass Osama den 9/11 Angriff begrüßt hat, das aber ist eine Angelegenheit der Meinungsfreiheit.

Milosevic, Khatami, Saddam Hussein, alle wollten den Dialog. Gaddafi fordert eine Feuereinstellung mit Dialog. Washington will aber nur eines: „Regimewechsel“, um die Person los zu werden, die man derart dämonisiert hat, dass man selber daran glaubt, dass mit dessen Verschwinden auch der Konflikt gelöst wäre. Sie verfüttern diese Kost den untertänigen Medien und einer US-Öffentlichkeit, die da betet „Gib uns unsere tägliche Lügen“.

Beide, Obama und Osama, sind extrem gewalttätig, sie töten massiv Zivilisten. Beide sind rhetorisch begnadet und intelligent. Aber einer ist auf der Seite der Geschichte, kämpft allerdings unrechtmäßig für die unrechtmäßig Unterdrückten und der andere kämpft für die unrechtmäßigen Unterdrücker, für ein sterbendes Imperium, gegen die Geschichte.

(Johan Galtung, STANDARD-Printausgabe, 14./15.5.2011)

Schon beim normalen Nobelpreis kommen für gewöhnlich nur gestandene „Kritiker“ des Westens zum Zug.

Um den „alternativen Nobelpreis“ zu ergattern, muss man sich hingegen schon als echter „Hasser“ unserer Zivilisation hervortun.

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