Posts Tagged ‘Pegida’

Ein französisches Problem?

Januar 10, 2015

Die Täter und Opfer waren Franzosen.

In ganz Europa lassen sich zunehmender Antisemitismus und eine wachsende Dschihad-Begeisterung feststellen. Allerdings ist diese Tendenz in keinem Land so ausgeprägt wie in Frankreich. Aus keinem europäischen Land sind mehr Bürger in das Kriegsland Syrien ausgereist – mindestens tausend, nach manchen Schätzungen sogar bis zu 2000 Franzosen. Der erste und bisher einzige Anschlag in Europa, der von Syrien-Heimkehrern verübt wurde, war die Attacke von Brüssel. Der Täter? Ein Franzose. Was läuft schief in Frankreich?

(Spiegel)

Frankreich hat von allen westeuropäischen Ländern den größten Anteil an islamischen Staatsbürgern.

Das ist auch wohl auch das ganze Geheimnis des „französischen Problems“.

Diese einfachen Zusammenhänge zu benennen, würde jedoch womöglich Pegida oder anderen bösen Rechten „in die Hände spielen“.

Also wundert man sich beim Spiegel lieber über die Franzosen.

Nicht die Tat für Hetze missbrauchen?

Januar 6, 2015

Hamburg – Ein antisemitischer Übergriff auf einen aus Israel stammenden Mann in Berlin-Mitte hatte in den vergangenen Tagen bundesweit Entsetzen ausgelöst: Der 26-Jährige war in der Neujahrsnacht am U-Bahnhof Friedrichstraße von mehreren Männern mit Fausthieben und Tritten malträtiert worden. Medien hatten berichtet, die Täter seien „südländisch“, „türkisch- oder arabischstämmig“.

Nun hat sich Shahak Shapira, das Opfer, selbst zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ warnt er davor, dass die Tat instrumentalisiert werde. „Der Vorfall darf nicht missbraucht werden, um Hass auf Muslime zu schüren“, sagte Shapira. „Die Angreifer hätten genauso gut Neonazis sein können und der Geschlagene ein Araber.“

(Spiegel)

Wäre das Opfer ein Araber und die Täter Neonazis gewesen, hätten wir in sämtlichen Medien darüber erfahren.

So stand im Spiegel oder in der Süddeutschen zunächst kein Wort zur Herkunft der Täter.

Erst als das Opfer sich dazu entschloss, den von Muslimen verübten Angriff zu einer Abrechnung gegen Pegida zu nützen, durften die Leser über die näheren Umstände der Tat erfahren:

Er fühle sich weitgehend sicher in Deutschland, erklärte der seit zwölf Jahren in Deutschland lebende Mann weiter. In Frankreich oder anderen europäischen Ländern gebe es mehr Antisemitismus. Sorgen bereiteten ihm weniger die „Szene-Nazis“ – die „gehören zu dem dümmsten Bevölkerungsanteil“ – als vielmehr die Pegida-Demonstrationen. „Die gebildeten Leute, die Menschen aus dem Bürgertum, die sich bei den antimuslimischen Demonstrationen mit den Nazis mischen, sind gefährlich“, so der 26-Jährige.

Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz. Wer mit 40 noch links ist, hat kein Hirn.

So erklärt es sich, dass ein junger Mann seine Täter zu Opfern erklärt, um nicht mit seiner eigenen Ideologie in Konflikt zu geraten.

Die Hirnlosigkeit eines 26jährigen zu missbrauchen, ist jedoch ebenfalls ziemlich herzlos.

Das Pegida-Symptom

Januar 4, 2015

So ziemlich der beste Beitrag, der bis jetzt zu diesem Thema verfasst wurde:

Pegida ist keine Krankheit, Pegida ist das Symptom

(Monika Maron – Die Welt)

Bravo Springer!

Gestern beim Muslim-Markt, heute bei Pegida

Januar 2, 2015

Jürgen Elsässer wünscht sich eine Vereinigung seiner „Friedensbewegung“ mit Pegida (Hogesa wäre ihm natürlich aucht recht gewesen).

Wenn es darum geht, neue deutsche Anhänger zu gewinnen, werden die alten islamischen Fans im Regen stehen gelassen.

Besonders für Yavuz Özoguz, der Jürgen Elsässer einst am Hofe der Mullahs eingeführt hatte, muss das ziemlich bitter sein:

Die Köpfe und Schreiber der PEGIDA sind so ziemlich der feigeste heuchlerische Haufen unter Deutschen, den ich in meinen fast 40 Jahren politischer Aktivitäten in diesem Land miterlebt habe. Solch eine Unaufrichtigkeit in solch massiver Form habe ich zuvor noch nie angetroffen in Deutschland. Die Anführer sind ein Abschaum für jedes Land und jede Kultur, denn Sie sind Heuchler! Doch ihre Heuchelei ist in Teilen derart offensichtlich, dass sie nicht mehr als Heuchler, sondern als Lügner bezeichnet werden müssen.

Die Heuchelei beginnt mit dem Namen der Organisation: „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.“ Dass es hier eine Islamisierung gäbe ist eine Lüge. Und dass sich der Otto-Normal-Deutsche vor dem Ali-Normal-Migranten fürchten müsste, ist die nächste Lüge. In Deutschland ist noch kein einziger Mensch im missbrauchten Namen des Islam zu Schaden gekommen – Gott sei Dank!! Aber es sind schon zahlreiche Muslime in diesem Land im missbrauchten Namen des Deutschtums zu Schaden gekommen. Ja, dutzende Muslime sind schon umgebracht worden (Stichwort NSU). Dutzende Muslimas werden dieser Tage auf deutschen Straßen offen angegriffen, angespuckt und beschimpft.

(Yavuz Özoguz – Muslim-Markt)

Fällt die Islamisierung wirklich aus?

Dezember 25, 2014

Der Sachverhalt lässt sich ja schnell klären. Wie hoch ist der Anteil von Muslimen in Deutschland heute? Fünf Prozent. Wie hoch wird er nach seriösen Schätzungen im Jahr 2050 liegen? Bei sieben Prozent. Die „Islamisierung“ fällt also aus. Hat sich Pegida damit erledigt? Nein. Denn darum geht es in Wahrheit gar nicht.

(Augstein)

Noch stellen die Muslime in Deutschland zwar eine klare Minderheit dar.

Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass die Alten fast ausschließlich Nicht-Muslime sind.

Nimmt man nur die Jungen, die sich noch reproduzieren und durch Heirat weitere Muslime ins Land holen können, schaut es schon anders aus.

Dass die Zuwanderung über die Asylschiene auch weiterhin zu über 90 % von Muslimen in Anspruch genommen werden wird, wurde bei Augsteins Prognose wohl ebenfalls nicht berücksichtigt.

Die islamischen Zuwanderer kommen zwar aus verschiedenen Ländern, was normalerweise eine Assimilierung begünstigen sollte.

Der Islamismus ist jedoch ein starker gemeinsamem Nenner, um den sich Muslime in der neuen Heimat oft scharen, selbst wenn sie sich in der alten Heimat noch gegenseitig bekämpft hatten.

Es ist leider kaum anzunehmen, dass die Muslime, wenn sie in Deutschland die Mehrheit hätten, sich anders benehmen würden als in allen anderen Ländern, in denen sie bereits die Mehrheit haben.

Vor 30 Jahren hätte sich auch niemand vorstellen können, dass die Türkei eine Re-Islamisierung erleben würde…

…und es ist trotzdem geschehen.

Elsässers Spagat zwischen dem Islam und Pegida

Dezember 21, 2014

Jürgen Elsässer versichert seinen muslimischen Fans, dass sich „Patriotische Bürger gegen die Islamisierung des Abendlandes“ in Wahrheit gar nicht gegen den Islam richte, sondern gegen Israel und die USA:

Liebe muslimischen Leser von COMPACT,

Ihr schätzt unser Magazin, weil wir immer unbestechlich und wahrheitsgemäß über die US-Agressionen gegen Irak, Libyen und Syrien berichtet und uns auch klar gegen die zionistische Politik ausgesprochen haben – siehe etwa unsere Ausgabe vom September 2014 über den “Volkermord in Gaza”

Deshalb könnt Ihr sicher sein, dass wir niemals eine Politik unterstützen würden, die sich gegen den Islam als solches richtet – sondern immer nur gegen die Islamofaschisten a la ISIS, die im Solde Washingtons und Tel Avivs agieren.

Den Bürgerkrieg, der Tschetschenien, Libyen, Libanon, Syrien und Irak zerstört, wollen die US-geführten deutschen Politiker auch nach Deutschland bringen, indem sie immer mehr Flüchtlinge aus diesen Gebieten, darunter auch Terroristen, nach Deutschland holen.

(Jürgen Elsässer)

Wenn man Elsässers Logik eines US-gewünschten Bürgerkriegs in Deutschland folgt, müssten die amerikanisch-zionistischen Mächte des Bösen freilich auch hinter Pegida (als logische zweite Bürgerkriegspartei) stecken, wie es ja auch von manchen Verschwörungstheoretiker-Kollegen von Elsässer behauptet wird.

Allerdings unterscheidet sich Elsässer von den meisten Verschwörungstheoretikern auch in einem anderen sehr wesentlichen Punkt.

Elsässer ist kein wirklicher Truther: Als Henryk M. Broder ihn bei einer 9/11-Veranstaltung zu seinen Theorien konkret befragte, war er sofort bereit, 90 % seiner angeblichen Erkenntnisse zu verleugnen und sich als harmloser „kritischer Fragensteller“ darzustellen.

In einem Interview zur Chemtrail-Paranoia hat Kachelmann sehr treffend festgestellt, dass die wirklich gefährlichen Chemtrail-Anhänger jene sind, die eigentlich gar nicht wirklich daran glauben.

Verschwörungstheorien sind auch für Jürgen Elsässer lediglich Mittel zum Zweck, um eine Anhängerschaft hinter sich zu scharen.

Wenn sich die Chance bietet, bei einer Bewegung wie Pegida anzudocken, ist ein Elsässer sehr flexibel bei der Anpassung seiner Theorien.

Dass Elsässer zunächst die Arabische Revolution selbst bejubelt hatte, hindert ihn nicht daran, jetzt bei Pegida mitzumarschieren.

Für seine muslimischen Fans wird es allerdings nicht leicht sein, ihm bei seinem aktuellen Spagat zu folgen.

Augsteins Intoleranz

Dezember 19, 2014

Märsche der Anti-Islamisten: Null Toleranz für Pegida

In Dresden waren es schon 15.000!

In ganz Deutschland wächst der Protest. Medien und Politik reagieren: Sie wollen „verstehen“ und „erklären“. Das ist ein Fehler. Erstens ist Rassismus kein Problem der Erkenntnis, sondern eines der Moral.

Thierse und Gabriel sind aufrechte Demokraten. Aber sie irren. Die Politik sollte den Teufel tun und die Debatte mit Idioten und Rassisten suchen. Denn ein Idiot oder ein Rassist ist jeder, der an einer Demonstration gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ teilnimmt.

(Augstein)

Von den 15.000 Demonstranten haben wahrscheinlich um die 20 % extremistisches Gedankengut, von denen wiederum vielleicht 2 % akut gewaltbereit sein könnten.

Der Prozentsatz bei Pegida dürfte also in etwa jenem der gewaltbereiten Extremisten unter der muslimischen Bevölkerung Deutschlands entsprechen.

Würde jemand Null Toleranz gegen alle Muslime einfordern, weil ein kleiner Teil extremistisch und ein noch kleinerer Teil gewaltbereit ist, würde man ihn wohl zu Recht als Rassisten brandmarken.

In einem klassischen Zirkelschluss verweist Augstein auf einen (bereits auf der Achse des Guten zerlegten) „Fakten-Check“ des Spiegels zum angeblich nicht stattfindenden Anstieg der muslimischen Bevölkerung in Deutschland:

Der Sachverhalt lässt sich ja schnell klären. Wie hoch ist der Anteil von Muslimen in Deutschland heute? Fünf Prozent. Wie hoch wird er nach seriösen Schätzungen im Jahr 2050 liegen? Bei sieben Prozent. Die „Islamisierung“ fällt also aus. Hat sich Pegida damit erledigt? Nein. Denn darum geht es in Wahrheit gar nicht.

Wo es gar keine Muslime gibt, braucht man sich natürlich auch nicht vor Islamismus zu sorgen.

Als es jedoch darum ging, die „Krise des weißen Mannes“ zu feiern, hatte Augstein noch andere Ansichten zur demografischen Zukunft Deutschlands.

Den Muslimen die Schuld am Anti-Islamismus in die Schuhe zu schieben, ist ebenso perfide, wie die Juden für den Antisemitismus verantwortlich zu machen. Die verfehlte Siedlungspolitik Israels hat mit dem Antisemitismus ebenso wenig zu tun wie die Verbrechen des „Islamischen Staates“ mit dem Anti-Islamismus.

Juden für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich zu machen, ist tatsächlich genau Augsteins Spezialität.

Anti-Islamismus lässt sich jedoch nicht mit Antisemitismus vergleichen, zumal Semitismus keine Ideologie und Islamismus keine Rasse ist.

Pegida und Algebra

Dezember 15, 2014

“Nur ungefähr 0,1 Prozent der in Sachsen lebenden Menschen sind Muslime – insgesamt also etwa 4000 Menschen. Die bislang letzte Pegida-Demo in Dresden hatte 10.000 Teilnehmer. Auf jeden Muslim in Sachsen kommen also 2,5 Demonstranten, die sich von ihm bedroht fühlen.”

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-die-thesen-im-faktencheck-a-1008098.html

Nach http://www.landtag.sachsen.de/dokumente/sab/Herkunftslaender-2013.pdf lag die Zahl der Ausländer in Sachsen, die aus den Ländern Türkei, Irak, Syrien, Pakistan, Tunesien, Afghanistan und Iran stammen, im Jahr 2013 bei über 12.000 Menschen.

Noch deutlicher zeigt ein Blick auf die Website der Stadt Leipzig, wie sehr Spiegel Online falsch liegt: “Zur Zeit leben in Leipzig schätzungsweise 9.000 bis 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner, bei denen von einem muslimischen Hintergrund ausgegangen werden kann.”

http://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/auslaender-und-migranten/migration-und-integration/?eID=dam_frontend_push&docID=30426

Von den 4000 Muslimen in Sachsen leben also mindestens 9000 in Leipzig. Pegidas Agenda muss man sicher nicht teilen, Pegidas Misstrauen gegenüber den Medien aber vielleicht schon.

(„Im Namen der Algebra!“)

Die linken Fakten-Verdreher vom Spiegel spielen paranoiden Verschwörungstheoretikern wie Pegida mit ihren leicht zu entlarvenden Falschinformationen erst recht in die Hände.

Pegida ist wie die linken Islam-Verharmloser nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. In einer Demokratie braucht man keine Aufmärsche (sonst ja eine Domäne der Linksradikalen, die bei Wahlen nichts reißen), sondern eine vernünftige Politik, wie sie wohl von der breiten Mehrheit der Bevölkerung gewünscht wäre (schließlich erreichen die Grünen mit ihren gutmenschlichen Phantastereien bei Wahlen nicht mehr als 10 %).

Dass die meisten Politiker jedoch keinen Mut zu solch einer Politik haben, liegt an ihrer Furcht, von der linksgrünen, politisch korrekten Journalistenkaste, welche in fast allen Qualitätsmedien (insbesondere den öffentlich-rechtlichen) völlig überproportional vertreten ist, als rechte Unmenschen angeprangert zu werden.

Ihre Vorherrschaft hat allerdings nichts mit einer Verschwörung zu tun, sondern liegt schlicht und einfach am typischen Werdegang des typischen akademischen Journalisten.

In den geisteswissenschaftlichen Fakultäten sind 90 % der Professoren und 95 % der Studenten links, entsprechend gefärbt schaut dann später die Berichterstattung aus und gibt ein völlig verzerrtes Bild von der Realität wieder.

Leider überschätzen die meisten Politiker diese akademisch-elitäre Kaste völlig, auch wenn es positive Ausnahmen gibt:

Zurück nach Deutschland: Dort wurde der CDU-Mann Bosbach – der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag – interviewt. Ihm wurde dabei von der fragenden Journalistin in typischer Political-Correctness-Art „Stimmungsmache“ vorgehalten, weil die CDU bei ihrem jüngsten Parteitag ein Burka-Verbot gefordert hat, also ein Verbot der Gesichtsverschleierung. Ein solches gibt es ja auch schon in Frankreich und Belgien, neuerdings auch in China (in Österreich natürlich nicht). Bosbachs sichtlich emotional erregte Antwort war einfach großartig: „Wenn man sich damit nicht mehr beschäftigen darf, weil Journalisten sagen, das sei Stimmungsmache, dann sind wir weit gekommen. Dann werden die Demonstranten noch mehr Zulauf bekommen.“ Die junge Dame plapperte sofort von einem anderen Thema, um von ihrer Blamage abzulenken.

(Andreas Unterberger)