Posts Tagged ‘Putin’

Putins Conchita und Rolis Midlife-Crisis

Juli 29, 2015

“Mir zu unterstellen, dass ich ein Nazi wäre, ist bei meiner Biografie absurd”, sagt die Frau, die eine Karriere als Panzeroffizier hinter sich hatte, bevor sie erstritten hat, dass sie auch ohne geschlechtsanpassende Operation als Frau leben und arbeiten darf.

(Standard)

Mindestens genauso absurd ist jedoch auch ihre Begeisterung für Putin, der sich vom dekadenten Westen abgrenzt, indem er Personen wie sie diskriminiert.

Unter Putin möchte die Dame zwar nicht unbedingt leben, Putin sei jedoch das “einzige Bollwerk gegen den Finanzkapitalismus”.

Fragt sich nur, wann Russland den Kapitalismus wieder abgeschafft hat?

Dass es zu der Anzeige wegen Wiederbetätigung kam, lag wohl daran, dass die Bundesheer-Juristin “Reichskristallnacht” mit “Reichstagsbrand” verwechselt hatte:

Tatsächlich stellt Monika D. im Gespräch mit Düringer eine heikle Frage: “Wem hat die Reichskristallnacht tatsächlich genützt?” Allerdings folgte keine Antwort.

(Krone)

Zwar wurde der Reichstag wohl auch nicht von den Nazis angezündet – nach “Cui bono”-Logik der “Verschwörungsanalytikerin” muss es wie bei 9/11 so gewesen sein.

Der Regierung der USA zu unterstellen, das schlimmste Verbrechen gegen das eigene Land selbst inszeniert zu haben, ist natürlich nicht strafbar, sondern gehört zur absolut salonfähigen Hetze, weswegen die Dame vor Gericht glimpflich davonkommen dürfte.

Die Plattform für ihre platten Ansichten gab ihr der Ex-Kabarettist Roland Düringer:

Der Neo-Technologie-Verweigerer mit dem trotzigen Zopf-Bart betreibt einen Video-Blog, wo er ähnlich geartete Weisheiten zum Besten gibt:

http://www.gueltigestimme.at/index.php/videotagebuch/item/223-neugierig

(Ab 9:30 erläutert Düringer seine Sicht auf die Anschläge von Paris)

Düringer war einmal einer der witzigsten Komödianten des deutschen Sprachraums.

Er war allerdings immer schon ein Schauspieler, der sich selbst spielte.

Früher begeisterte er sein Publikum mit seinen prolligen Rollen, mit denen er sich allerdings nicht identifizieren wollte, auch wenn seine größten Fans natürlich trotzdem genau die “Benzinbrüder” waren, die er persiflierte.

Seit seiner Midlife-Crisis ist aus dem Schauspieler ein Selbstdarsteller geworden, und seine Kabarettprogramme sind zu humorlosen Predigten verkommen.

Humorlosigkeit bedeutet leider nicht automatisch Intelligenz.

Je ernster Düringer sein will, desto mehr zeigt er seine blödeste Seite.

Nichts als die Prawda

Juni 2, 2015

Offenbar ist die Abschuss-These, die bei Putins deutschen Fans am beliebtesten war, nicht mehr haltbar.

Statt des ukrainischen Jets war es jetzt eben eine ukrainische BUK-Rakete:

Auf der heutigen Pressekonferenz des BUK-Herstellers Almaz-Antey, hat dieser bekannt gegeben, dass ihren Recherchen und Analysen zu Folge eine BUK-Rakete vom Typ 9M38-M1 den Flug MH17 zum Absturz brachte. Der BUK-Hersteller betonte, dass dieser Typ nicht vom russischen Militär genutzt wird, jedoch noch immer von der ukrainischen Armee.

(RT Deutsch)

Ein Glück, dass Putin so flexible technische Experten bei der Hand hat, die ihm von der Jet-These bis zur BUK-Rakete sofort stets unumstößlich versichern können, wer es war.

Noch besser als seine technischen Experten sind nur seine Journalisten:

Welche Frage haben russische Journalisten zu stellen, wenn russische Experten beim Manipulieren von Satelliten-Fotos erwischt werden?

MH17-Absturz: Wo bleiben US-Satellitenfotos?

Die eigenen unmanipulierten Satellitenfotos eignen sich offenbar nicht besonders, um die eigene Prawda zu stützen.

Prawda

Putins Gesetz für Putins westliche Mitarbeiter

Mai 24, 2015

Präsident Wladimir Putin hatte das umstrittene Gesetz am Samstag unterzeichnet. Danach können russische Behörden internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO) ohne Vorwarnung auf eine schwarze Liste setzen. Das Gesetz droht Bürgern, die sich mit solchen “unerwünschten Organisationen” einlassen, mit hohen Geldstrafen oder sogar bis zu sechs Jahren Gefängnis. Bereits 2012 hatte die Duma ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, nach dem von außerhalb Russlands finanzierte NGOs zu “ausländischen Agenten” erklärt werden können.

(Spiegel)

Putin finanziert im Westen Kreml-Propagandisten.

Würde man Putins Gesetz auf Putins westliche Mitarbeiter anwenden, würde Putins westlichen Fans vielleicht wieder bewusst werden, welchen Wert die Freiheit hat.

Nur die Kritik am Westen ist in Putins Reich genauso frei wie im Westen.

Für Kritik gegen das eigene Regime wird man hingegen nach wie vor in den Gulag gesteckt (wenn man nicht gleich ermordet wird).

CIA-Fiktion und KGB-Realität

Mai 20, 2015

Businessman Alexander Perepilichnyy suddenly collapsed and died while jogging near his mansion in Surrey in 2012.

The death sparked rumours that he may have been targeted after it emerged he had fled to the UK and was helping an investigation into a Russian money laundering scheme.

An investigation by Surrey Police concluded that the 44-year-old’s death was not suspicious.

But a pre-inquest hearing on Monday heard that tests carried out by a leading botanist found traces of a poisonous plant in Mr Perepilichnyy’s stomach.

(The Telegraph)

Die CIA macht so etwas nur in Hollywood-Filmen.

Beim alten KGB-Mann ist es jedoch nach wie vor Realität.

Dass die CIA trotzdem als skrupellose Mörderbande gilt, während Snowden, der sich unter den Schutz des alten KGB-Mannes begeben hat, als Held verehrt wird, zeigt woher die meisten USA-Hasser ihre Bildung beziehen: aus blöden Hollywood-Filmen.

Putins Einsatz für Europas Destabilisierung

Mai 11, 2015

Nach den jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer hat die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini vor dem UNO-Sicherheitsrat für ein Mandat für einen robusten Militäreinsatz gegen Schlepper geworben.

(ORF)

Putin passt es natürlich gar nicht, dass sich die EU gegen ihre Destabilisierung durch unkontrollierte Masseneinwanderung zur Wehr setzen will:

Vor allem Russland hat Bedenken: „Wir können nichts unterstützen, das so weit geht, die Zerstörung von Schiffen ohne Entscheidung der Justiz oder des Landes zu erlauben, unter dessen Flagge sie fahren“, sagte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow.

Lieber ist es dem Kreml, dass Europa weiterhin mit islamischen Flüchtlingen überschwemmt wird, damit Putin-hörige Rechtsradikale nach oben geschwemmt werden können:

Solange Europa die islamische Masseneinwanderung nicht in den Griff bekommt, finden Putins Propagandisten ein Publikum, vor dem sie gegen die “Islamisierung, Israelisierung und Amerikanisierung Deutschlands” hetzen können.

Wer hat Putins Palast bezahlt?

April 24, 2015

Putins Palast

Natürlich wir.

Genauso wie die Paläste der Ölscheichs und deren winterliche Fußball-WM.

Aber Hauptsache wir sind uns für Fracking zu fein.

Nazi-Treffen in Sankt Putinsburg

März 22, 2015

Auf Einladung einer kremltreuen Partei haben sich gestern Vertreter mehrerer rechtsextremer Parteien aus Europa in St. Petersburg getroffen. Unter den Teilnehmern befanden sich Vertreter der griechischen Partei Goldene Morgenröte, der British National Party und der deutschen NPD.

(ORF)

In Putins Medien werden die Ukrainer stets pauschal als Faschisten diffamiert, weil es wie in Russland rechtsextreme Parteien gibt.

Würde Putin nicht gerade Krieg um die Ost-Ukraine führen, wäre der “Rechte Sektor” wohl ebenfalls nach Sankt Putinsburg eingeladen worden.

Goldene Morgenröte

Deutschlands Asylzahlen unter Bush und Obama

März 11, 2015

Europa hatte sich einen amerikanischen Präsidenten wie Obama gewünscht, der “nicht den Sheriff spielen” sollte:

Sheriff Bush

Subjektiv befand sich die Welt in der Bush-Ära im Kriegs-Chaos.

Objektiv war es jedoch eine Ära der Stabilität, was man an den rückläufigen Flüchtlingsströmen messen konnte:

2001___________118.306

2002_________91.471

2003______67.848

2004_____50.152

2005____42.908

2006___30.100

2007___30.303

2008__28.018

Ab Obamas Amtsantritt verlief die Entwicklung genau in die entgegengesetzte Richtung:

2009___33.033

2010____48.589

2011_____53.347

2012_______77.651

Und seit Putin laut Forbes-Liste endlich „mächtigster Mann der Welt“ wurde, schossen die Asylzahlen endgültig durch die Decke:

2013____________127.023

2014____________________202.834

Putins Stärke und Obamas Schwäche haben zu einem jahrelangen Bürgerkrieg in Syrien geführt, der mittlerweile auch auf den Irak übergeschwappt ist und zur Etablierung eines neuen Terrorstaates beigetragen hat.

Die endgültigen Sieger dieses Konflikts stehen noch nicht fest, die Verlierer allerdings schon.

Nämlich die Syrer und Iraker, die vor der Gewalt flüchten mussten, und wir Europäer, die für die Versorgung der Flüchtlinge aufkommen müssen.

Tschetschenisiertes Russland

März 8, 2015

Im Fall des ermordeten Kreml-Kritikers Boris Nemzow hat einer der Verdächtigen nach Justizangaben „ein Geständnis“ abgelegt. Der Tschetschene Saur D. habe seine Beteiligung an der Tat eingeräumt, sagte Natalja Muschnikowa, Vorsitzende Richterin, am Sonntag in Moskau nach Angaben der Nachrichtenagentur TASS.

Saur D. und Ansor G. besitzen den Angaben zufolge eine Wohnung in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Beide sollen einen Hintergrund in den Sicherheitskräften haben. So soll Saur D. rund zehn Jahre im Bataillon „Sewer“, einer Spezialeinheit des tschetschenischen Innenministeriums, gearbeitet und einen Führungsposten innegehabt haben. Ansor G. arbeitete Berichten zufolge für eine private Sicherheitsfirma in Moskau.

(ORF)

Im Moment ermorden Putins Tschetschenen noch die (für Putin) “Richtigen“.

So beunruhigte es Putin auch nicht, dass sein tschetschnischer Bluthund eine Million Tschetschenen aufmarschieren ließ, um sie gegen Charlie Hebdo demonstrieren zu lassen:

Den Islamischen Staat, bei dem tschetschenische Dschihadisten maßgeblich involviert sind, betrachtet Putin als nützlichen Idioten im Kampf gegen den Westen.

Putin scheint sich sehr sicher zu fühlen, weil die Tschetschenen bei einer Wahlbeteiligung von über 99% zu über 99% für Putin gestimmt haben.

Sollte sein tschetschenischer Bluthund allerdings irgendwann nicht mehr genug Futter bzw. Petro-Dollars bekommen, wird er wohl kaum zögern, sein eigenes Herrchen zu beißen.

Putin hatte gegen Tschetschenien einen brutalen Eroberungskrieg geführt.

Zu glauben, dass so ein Volk zu 99% hinter ihm stünde, erinnert an Gaddafi, der auch an die Loyalität seines von ihm selbst unterdrückten Volkes geglaubt hatte.

Warum Putin weitermorden muss

März 1, 2015

Der ermordete Boris Nemzow wird von vielen posthum für seinen Mut verehrt. Er hatte den Kreml zuvor scharf kritisiert, wie schon Anna Politkowskaja, Natalia Estemirowa oder Boris Beresowski. Sie alle starben eines gewaltsamen Todes.

(Spiegel)

Würde Putin seine Macht verlieren, würde er wohl für die ganzen Morde und Verbrechen an seinen Gegnern zur Verantwortung gezogen werden. Dieser Druck lässt ihn immer weitermorden, selbst wenn er die totale Kontrolle über das Land hat und von den paar Oppositionellen kaum eine Bedrohung ausgeht.

Putin kann noch so hohe Zustimmungsraten haben, die Angst vor einem Machtverlust wird nie weniger werden.

Dieser weitere Mord wird jedoch auch westliche Putinsversteher nicht davon abhalten, Putin weiterhin zu verstehen.

Nach westlichen Maßstäben ist ein Mord an einem kleinen Oppositionellen tatsächlich nutzlos und wäre sogar kontraproduktiv.

Die westlichen Putinversteher übersehen, dass dies zwar für unsere westlichen Demokratien gilt, wo tatsächlich so gut wie nie Oppositionelle ermordet werden, Putin sich selbst jedoch eben nicht als westlichen Demokraten versteht.

Putin fühlt sich eher mit einem System Assad verbunden als mit den westlichen Demokratien.

Und bei Gaddafi, Assad oder Saddam gehörte die Verfolgung und Ermordung von politischen Gegnern zum politischen Tagesgeschäft, auch wenn die Opposition kaum vorhanden war.

Bei Gaddafi & Co. gab es nur ein “Alles oder nichts”.

Gaddafi wusste welches Schicksal ihn nach 40 Jahren Unterdrückung erwarten würde, daher konnte er nie die geringste Opposition dulden.


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