Posts Tagged ‘Robert Misik’

Mies von Misik beraten

September 21, 2016

Robert Misik ist zwar nicht der einzige österreichische Journalist, der seine Karriere bei der „Gruppe Revolutionäre Marxisten“ begonnen hatte, er ist jedoch derjenige, der am schlimmsten auf seinem Links-Trip hängengeblieben ist.

Daher wird Misik selbst beim lachs-rosa Standard, wo er einen mäßig populären Video-Blog betreibt, nicht wirklich sehr ernst genommen.

Bundeskanzler Kern dürfte allerdings ein großer Fan von Misik sein:

Fragt man in der SPÖ nach, wer der linke Einflüsterer von Kern sein könnte, fällt immer wieder ein Name: Robert Misik.

(Kurier)

Misik predigt den Österreichern (noch) mehr Schulden. Genau das beherrscht Kern als ehemaliger ÖBB-Chef ohnehin perfekt.

Die Österreicher haben sich leider längst damit abgefunden, dass die ÖBB ein mit jährlich 7 Milliarden Euro staatlich geförderter Selbstbedienungsladen für SPÖ-Bonzen sind. Hauptsache die Züge fahren wenigstens halbwegs pünktlich.

Der neue Bundeskanzler wurde der Öffentlichkeit als „Top-Manager“ präsentiert. ÖBB-Chef ist jedoch kein Manager-Job, sondern ein politischer Posten. Wie sollte ein Diplom-Publizist sonst zu so einer Stellung kommen?

Ich hätte nie gedacht, dass ich unseren alten Bundes-Taxler vermissen würde.

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Pamphletismus im Qualitätsjournalismus

April 14, 2009

Robert Misik ist ein Krisengewinnler.

Er hat bei der Gruppe Revolutionäre Marxisten Dinge gelernt, die ihm jetzt sehr zugute kommen – und so darf er für Österreichs Qualitätsmedien wie Profil, Standard oder Falter „komplexe“ Sachverhalte „simpel“ auf den Punkt bringen – und keiner schafft es „simpler“ als er:

Können wir uns die Reichen noch leisten?

Die „Gruppe Revolutionäre Marxisten“ scheint eine echte Kaderschmiede des österreichischen Journalismus zu sein.

Seine ehemaligen GRM-Mitstreiter Raimund Löw und Georg Hoffmann-Ostenhof sind beim Profil und beim ORF untergekommen.

„Frag doch den Inder“

März 2, 2009

Selbst in der blödesten Werbung kann ein weiser Ratschlag stecken:

Ohne Besserwisserei und Schadenfreude setzt sich Fareed Zakaria im Spiegel mit der Krise und dem postamerikanischen Zeitalter auseinander.

fareed_zakaria_2007

Menschen beginnen ihre Gesundheit erst zu schätzen, sobald diese durch eine Krankheit oder einen Unfall beeinträchtigt wird – ähnlich hielt sich unsere Zufriedenheit über die letzten 25 goldenen Jahre sehr in Grenzen.

Auch die Stimmung vor dem Ausbruch der Finanzkrise beschreibt er sehr treffend:

„Die ganze Situation“, sagte er, „erinnert an Aschenputtel auf dem Ball: Die Jungs sehen immer besser aus, die Musik klingt immer schöner, man hat immer mehr Spaß und denkt sich: ‚Warum soll ich bloß um viertel vor zwölf gehen? Ich werde um zwei Minuten vor zwölf gehen.‘ Das Problem ist jedoch, dass nirgendwo Uhren an der Wand hängen. Und jeder glaubt, dass er um zwei Minuten vor zwölf gehen wird.“

Misik und die Konvertiten

Juli 15, 2008

Robert Misik verfasste in seinem Video-Blog auf http://www.standard.at einen Beitrag über „Konvertiten“.

Dabei bezeichnete er Götz Aly als einen ehemaligen doofen Linken, der jetzt zum doofen Rechten konvertiert sei.

Warum wurde Götz Aly für Robert Misik (selbst ehemaliges Mitglied der Gruppe Revolutionärer Marxisten) auf einmal zum ehemaligen doofen Linken?

In der Diktion der 68er wurde die BRD gerne mit dem Hitlerstaat gleichgesetzt. Dass die 68er auch selbst ihren Nazi Eltern ähnlich werden konnten (antibürgerlicher Impetus, Gewaltbereitschaft, Antiamerikanismus, latenter Antisemitismus), hat der anerkannte Historiker Aly aufzuzeigen gewagt.

Alten 68ern gefällt das natürlich gar nicht. Götz Aly wurde in einer TV Diskussion von Jutta Ditfurth scharf abgekanzelt, weil er durch seine Thesen den Nationalsozialimus relativiert haben soll. Dass sie selbst der demokratischen BRD oft in völlig unverhältnismäßiger Weise Faschismus unterstellt hat, scheint sie völlig vergessen zu haben.

In Österreich stellen sich 68er wie Misik heute gerne als nette Liberale mit sozialem Gewissen dar. Die große marxistische Revolution ist zwar nicht gelungen. Trotzdem brauchen Misik und seine ehemaligen Genossen von den „Revolutionären Marxisten“ nicht unzufrieden sein.

Als Außenpolitik Korrespondenten für Österreichs Qualitätsmedien dürfen Misik (standard, profil) und seine alten Mitkämpfer (Hoffmann Ostenhoff beim Profil, Raimund Löw beim Falter und im ORF) ihre alten Ideale hochhalten und den „Westen“ anprangern. Livia Klingl vom Kurier oder Gudrun Harrer vom Standard sind ebenfalls auf Schiene – und siehe da: mittlerweile sind auch die reaktionärsten Medien ihrer Deutungshoheit gefolgt. Wenn man am Sonntag die Kronenzeitung liest, erkennt man bei Themen wie multinationalen Konzernen, Turbokapitalismus, Neoliberalismus, Neocons, Irak, Israel und natürlich GW Bush kaum einen Unterschied zum hochwertigen Journalismus von Falter, Profil oder ORF Weltjournal.

Würden die Österreicher in Italien mitwählen dürfen, hätte Berlusconi kaum 5 % der Stimmen bekommen, Obama würde einen Erdrutschsieg feiern, George Bush hätten die Wähler längst übel abgestraft – komischerweise hatten wir in Österreich trotzdem 7 Jahre eine Koalition mit Haider-Beteiligung und danach immer noch eine rechte Mehrheit bei den Wahlen.