Posts Tagged ‘Roma’

Vor 25 Jahren waren noch alle Barbaren

Dezember 10, 2015

Unglaublich wie „barbarisch“ der Spiegel vor 25 Jahren noch war:

Titelbild

Heute wäre nicht nur das Z-Wort streng verboten, auch das Foto und die Frage, ob eine ethnische Minderheit aus wirtschaftlichen Gründen unser System ausnütze, würden schon als schwerster Rassismus gewertet werden.

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Nicht immer ist die EU schuld

Dezember 10, 2015

Der Schwarze Kanal: Seid umarmt, ihr Rumänen!

Das Bundessozialgericht hat eine sozialpolitische Wende eingeleitet: Jeder Ausländer aus einem EU-Land, der länger als sechs Monate in Deutschland lebt, hat künftig Anspruch auf Sozialhilfe. Die Attraktivität Deutschlands dürfte das Urteil weiter steigern.

(Jan Fleischhauer – SPON)

„Seid umarmt, ihr Roma!“ würde es wohl genauer treffen.

Obwohl die deutschen Richter behaupten, EU-Recht umzusetzen, wird dies sogar vom Europäischen Gerichtshof anders gesehen:

In Europa scheint man in dieser Hinsicht sehr viel klüger zu sein. Im September hatte der Europäische Gerichtshof geurteilt, dass die einzelnen Staaten bei der Hilfe für Arbeitslose sehr wohl zwischen Einheimischen und Zuwanderern unterschieden dürfen. Aber genau das haben die Sozialrichter in Kassel unterlaufen.

Wenn sich linke Richter über das Gesetz stellen, braucht man sich nicht zu wundern, dass die Leute ihr Vertrauen in den Staat (und in die EU) verlieren.

Vorurteil oder Tatsache?

September 4, 2014

Armut betreffe 24 Prozent der Menschen quer durch die Europäische Union, verweist der Zentralratsvorsitzende auf aktuelle Statistiken. Besonders damit in Verbindung gebracht werden aber – auch laut der aktuellen Studie – vor allem Sinti und Roma. Dieses althergebrachte Vorurteil schmerzt Rose besonders: „Die Juden waren zu reich, wir sind zu arm.“

(DW)

Wenn es durch eine Studie bestätigt wird, handelt es sich eben nicht nur um ein Vorurteil, sondern um eine Tatsache.

Als Opfer bestehen jene Menschen darauf, als „Sinti und Roma“ bezeichnet zu werden.

Als Täter sind sie dann auf einmal wieder Serben, Rumänen, Bulgaren, Slowaken.

So kommt es, dass auch offizielle Statistiken scheinbar bestätigen, dass es sich beim “kriminellen Zigeuner” nur um ein böses Vorurteil handle.

Ka Problem oder Köpferl im Sand?

Dezember 5, 2013

In Österreich „kein Problem“

Die Debatte um den Sozialtourismus in der EU ist allerdings nicht neu. Schon im Frühjahr hatten die Innenminister von vier Ländern – darunter neben Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden auch Österreich – einen Brief nach Brüssel geschickt und Maßnahmen gegen das angebliche Phänomen gefordert.

In Österreich betont man aber seit jeher, den Brief aus reiner Solidarität gegenüber den Partnerländern unterzeichnet zu haben. Das Problem der Armutsmigration gebe es hierzulande derzeit nicht, versichert der Sprecher von Johanna Mikl-Leitner im Gespräch mit der „Presse“ – und auch nach der Arbeitsmarktöffnung im kommenden Jahr werde sich daran nichts ändern.

(„Die Presse„, Print-Ausgabe, 05.12.2013)

Angesichts eines Problems, das alle Nettozahler der EU gerade in Alarmbereitschaft versetzt, hilft die angeblich bürgerliche „Presse“ der angeblich bürgerlichen Innenministerin den Kopf in den Sand zu stecken.

Wenn man die Armutsmigration leugnet, wird man auch kaum die notwendigen Schritte setzen, das Problem abzuwenden.

Selbst die Presse gesteht ein, dass der Problemfall wohl letztlich eintreten werde:

„Sozialtourismus“ ist eine perfide Wortkreation. Die Innenminister von Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Österreich argumentieren seit Monaten gegen das angebliche Ausnutzen ihres Sozialsystems durch Zuwanderer aus anderen EU-Staaten. In Großbritannien und Deutschland werden Forderungen laut, Zuwanderer aus der EU künftig bei Sozialleistungen schlechter zu stellen. Das suggeriert ein Problem der Freizügigkeit, das es laut veröffentlichten Zahlen bisher überhaupt nicht gibt.

Verlogen ist, dass alle vom selben reden, es aber nicht beim Namen nennen: Denn es geht nicht um schon aufgetretene Probleme. Es geht darum, dass mit 1. Jänner der Arbeitsmarkt für Rumänen und Bulgaren geöffnet wird, und um die Angst, dass dann Roma und Sinti in Massen ins Land strömen. Das könnte irgendwann tatsächlich geschehen, aber nicht wegen der Arbeitsmarktöffnung, sondern weil unter den EU-Staaten ein Wettbewerb der Verdrängung dieser Volksgruppe eingesetzt hat. Frankreich und Ungarn sind dabei Vorreiter.

E-Mails an: wolfgang.boehm@diepresse.com

(„Die Presse„, Print-Ausgabe, 05.12.2013)

Allerdings wird er nicht als „Sozialtourismus“ (für die Presse ein ganz böses Wort, das man nur unter Anführungszeichen verwenden darf), sondern als unvermeidliche „Verdrängung dieser Volksgruppe“ wahrgenommen.

Gerade indem man das Problem des Sozialtourismus erfolgreich verdrängt und so verhindert, dass Österreich sich davor schützt, spielt man einem Strache in die Hände, bei dem der Vorwurf, es gehe nicht um Sozialtourismus, sondern um die rassistisch motivierte Ablehnung der Roma, womöglich tatsächlich stimmen könnte.

Letztlich liegt es gerade im Interesse der Roma, in Westeuropa nicht mehr als ewig zu versorgende „Opfer“ (aus Sicht der Guten) oder als „Schmarotzer“ (aus Sicht der Bösen) wahrgenommen zu werden, sondern durch die EU-Freizügigkeit neue Chancen als gleichberechtigte Bürger zu bekommen.

Diskriminiert Sarkozy die Roma?

August 28, 2010

Wie alle anderen EU-Bürger dürfen bulgarische und rumänische Roma ihren Wohnsitz innerhalb der EU frei wählen. Es steht ihnen daher frei, sich in Frankreich eine Arbeit zu suchen, eine Wohnung zu mieten und ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Die Errichtung illegaler Siedlungen und die Erwirtschaftung des Lebensunterhalts durch illegale Aktivitäten werden jedoch nicht vom EU-Recht auf Freizügigkeit abgedeckt.

Wer meint, den Roma stehe – anders als allen anderen EU-Bürgern – das Recht zu, illegale Siedlungen zu errichten, diskriminiert die Roma.

Positive Diskriminierung mag zwar am Anfang angenehm sein – letztlich trägt sie dazu bei, aus den in Osteuropa diskriminierten Menschen in ganz Europa diskriminierte Menschen machen.