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Ausnahmsweise keine europäische Solidarität mit „Rothemden“

Mai 16, 2010

Als der demokratisch gewählte thailändische Premier Thaksin durch einen Militärputsch abgesetzt wurde, und die thailändische Justiz jene Vorgänge durch seine Verurteilung wegen Korruption auch noch bestätigte, hielt sich die Empörung der europäischen Medien sehr in Grenzen.

Den thailändischen Eliten, die den „Emporkömmling“ abgesetzt hatten, war es gelungen, Thaksin als einen „asiatischen Berlusconi“ darzustellen.

Einen „Berlusconi“ wegen „Korruption“ abzusetzen – und durch die Justiz ein falsches Wahlergebnis zu korrigieren – welcher europäische Journalist hätte so eine Vorgehensweise nicht begrüßt?

Da spielte es ausnahmsweise sogar keine Rolle, dass die Rothemden aus der „armen ausgebeutete Landbevölkerung“ kamen (mit der sich die linken europäischen Elite-Journalisten sonst naturgemäß solidarisiert hätten) und die Gelbhemden aus der „reichen städtischen Elite“ eines Schwellenlandes (sonst schon seit 68er Zeiten das archetypische Feindbild der intellektuellen europäischen „städtischen Elite“, der die meisten Journalisten angehören)

Thaksin und Berlusconi sind beide in korrupten Systemen „groß“ geworden. Folglich ist anzunehmen, dass sich beide bei ihrem steilen Aufstieg die Hände schmutzig gemacht haben.

Korruptionsvorwürfe treffen in korrupten Ländern wie Thailand oder Italien nie ins Leere – und sind daher ein idealer Vorwand, um unliebsame Wahlsieger kaltzustellen und sie von den eigenen Korruptions-Pfründen fernzuhalten.