Posts Tagged ‘Sascha Lobo’

Virtuelle Helden

November 18, 2015

Erst hat man alles getan, um den Staat aus dem Internet fernzuhalten.

Jetzt möchte man dort selbst Polizei spielen:

Paris-Terror: Anonymous greift IS im Netz an

Doch wenn sich der IS gegen die virtuellen Polizisten in der realen Welt zur Wehr setzt, werden diese virtuellen Helden weinend zur realen Polizei laufen.

Niemand verkörpert die Figur des infantilen Internet-Helden besser als der Cyber-Punk Sascha Lobo:

Sasch Lobo

In Europa und den USA ist man mit unseren Regierungen, die uns nicht die totale digitale Freiheit garantieren, zwar furchtbar unzufrieden – wirkliche Angst vor einer realen Verfolgung hat man natürlich nicht.

Trotz aller Empörung weiß man ganz genau, dass bei uns wohl kaum irgendwelche Wichtigtuer mit bunten Haaren im Visier der Sicherheitsapparate stehen.

Trotzdem ist es ein großes Anliegen, den Staat bei der Überwachung des Internets zu behindern.

Die Freiheit, die eigene Meinung zu äußern und die eigene Regierung harsch zu kritisieren, war noch sie so groß wie heute.

Wenn es  Einschränkungen gibt, so kommen sie nicht vom Staat, sondern von einer über-politisch-korrekten Öffentlichkeit, die allzu rasch die Nazi-Keule gegen fremde Meinungen schwingt:

Deshalb plädiere ich hiermit für die gezielte Verwendung der Nazikeule (und damit implizit für eine Umdeutung des Begriffs).

(Sascha Lobo – SPON)

Der Staat hält sich hingegen (noch) weitgehend raus, wie es in unserer Verfassung auch vorgesehen ist.

Dass die Selbstverständlichkeit der Meinungsfreiheit lediglich für die westlichen Demokratien gilt, wird von Lobo & Co. gerne ausgeblendet.

Bereits in der Türkei wird man als Regierungskritiker ganz real eingesperrt und in Russland, wohin sich der Jesus der virtuellen Rebellen verkrochen hat, wird man sogar ganz real ermordet.

Die Banalität des Blöden

Juli 9, 2015

In diese Stimmung hinein setzt Sigmar Gabriel ein politisches Strategiepapier, in dem es heißt: “die Sorge vor Alltagskriminalität, ‘Überfremdung’ oder die Höhe der Rente gleichermaßen: Keine dieser Alltagssorgen darf der SPD fremd sein, auch dann nicht, wenn sie ‘nur’ subjektiv empfunden werden”.

(Sascha Lobo – Spiegel)

Politiker haben leider viel zu lange auf linksextreme Idioten wie Lobo, Augstein, Pitzke und wie sie sonst noch alle heißen gehört, die berechtigte Anliegen stets ins rechtsextreme Eck gerückt haben.

Dass 70 % der Australier hinter der harten, aber notwendigen Politik ihrer Regierung standen, hätte unsere Politiker wachrütteln müssen.

Statt ihre Führungsrolle in Europa wahrzunehmen haben sich deutsche Politiker jedoch vor irgendwelchen blöden Kommentaren im Spiegel gesorgt, was dazu geführt hat, dass viele Bürger ihr Vertrauen in die Politik verloren haben, und in vielen europäischen Ländern die wirklich Bösen (wie Strache oder Le Pen) auf dem Vormarsch sind.

Auch wenn sich die Ansichten der Blöden und der Bösen bei der Frage der Migration grundlegend unterscheiden, haben sie jedoch auch Gemeinsamkeiten wie den Hass auf Amerika.

Es ist kein Zufall, dass Herr Tsipras sowohl von den Linksradikalen als auch von den Rechtsradikalen im EU-Parlament Applaus erhielt.

Die Linksradikalen jubeln Tsipras zu, weil sie hoffen, dass sich die EU dank der griechischen Genossen endlich in eine EUdSSR bzw. Transfer-Union verwandelt.

Die Rechtsradikalen halten die EU ohnehin schon für eine EUdSSR, deren Ende dank Tsipras beschleunigt werden kann.

Auch Putin wird von beiden Polen geliebt, wenn auch aus sehr verschiedenen Motiven:

Linke sehen in Putin einen Widersacher der USA, der dem ewigen Haupt- und Klassenfeind für seine ruchlosen Sünden (bei Lobo: die Überwachung des Internets) endlich eine Revanche erteilt.

Rechte sehen in Putin hingegen, was er wirklich ist.

Eine rechte Alternative zu Demokratie, Freiheit und Vernunft.

„Wir-gegen-die-Chauvinismus“

Juli 9, 2015

Die „Bild“-Zeitung bringt Merkel mit Pickelhaube auf das Titelblatt und ruft nach einer „eisernen Kanzlerin“ gegen Griechenland, mehr widerlicher Nationalismus ist kaum denkbar, völlig unabhängig von der jeweiligen Position zur Krise.

Dieses Medium macht ohnehin die Gesellschaft aktiv schlechter und hasserfüllter. Und an der jahrelangen Anti-Griechenland-Hetzkampagne ist die neo-nationalistische Agenda zu erkennen: die absichtsvolle Produktion eines deutschen Wohlgefühls der Überlegenheit, ein Wir-gegen-die-Chauvinismus, wo stets mitschwingt: Wir sind einfach besser. Selbst als Atheist hoffe ich da, dass es doch einen Gott gäbe, einfach damit auch eine Hölle existiert für die Leute, die das verantworten.

(Sascha Lobo – Spiegel)

„Wir-gegen-die-Bild“ ist natürlich kein „Wir-gegen-die-Chauvinismus“.

Virtuelle Rebellen

Mai 10, 2015

Ein paar vernünftige Anmerkungen zur größten künstlichen deutschen Aufregung seit Fukushima:

Übrigens will das auch der Bundesnachrichtendienst (BND). Würden deutsche Spione, etwa in Afghanistan oder vor der Küste Somalias, wo das Leben deutscher Soldaten akut gefährdet ist, als oberste Maxime die Privatsphäre potenzieller Übeltäter schützen, sähe es um die Aufklärungsquote schlecht aus. Und wie war das eigentlich mit den hochmodernen Waffensystemen, die Frankreich noch vor Kurzem an Russland liefern wollte, trotz der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim-Halbinsel? Der BND wertet nur Zeitungen aus – wer’s glaubt, wirkt rührselig.

Vor diesem Hintergrund wirkt die deutsche Geheimdienst-Debatte sehr moralisch, sehr rechtsbewusst und sehr gestrig. Eine bunte Koalition aus vom Internet enttäuschten Netzaktivisten, zeitgeistigen Schriftstellern, Robin-Hood- und Martin-Luther-Verehrern (Edward Snowden als Vorbild an Selbstlosigkeit und Mut: „Hier stehe ich und kann nicht anders“), links-rechten Anti-Amerikanern, Gestapo-Stasi-VolkszählungsMahnern, Digitalisierungs- und Globalisierungsgegnern bläst gewissermaßen zum Kulturkampf und Maschinensturm.

(Malte Lehming – Tagesspiegel)

Niemand verkörpert die Figur des infantilen Maschinenstürmers besser als der Cyber-Punk Sascha Lobo:

Sasch Lobo

In Europa und den USA ist man mit unseren Regierungen, die uns nicht die totale digitale Freiheit garantieren, zwar furchtbar unzufrieden – wirkliche Angst vor einer realen Verfolgung hat man allerdings nicht.

Trotz aller Empörung weiß man ganz genau, dass bei uns wohl kaum irgendwelche Wichtigtuer mit bunten Haaren im Visier der Sicherheitsapparate stehen.

Die Freiheit, die eigene Meinung zu äußern und die eigene Regierung harsch zu kritisieren, war nämlich noch sie so groß wie heute.

Dass diese Selbstverständlichkeit lediglich für die westlichen Demokratien gilt, wird von den Maschinenstürmern gerne ausgeblendet.

Bereits in der Türkei wird man als Regierungskritiker ganz real eingesperrt und in Russland, wohin sich der Jesus der virtuellen Rebellen verkrochen hat, wird man sogar ganz real ermordet.

Lobo langweilt seine Fans

März 26, 2014

Dass Nachrichtendienste versuchen, möglichst viele Informationen zu sammeln, ist ja eigentlich nichts Neues.

Durch Snowden wurden die Karten der Amerikaner einseitig aufgedeckt.

Asyl hat Snowden bei Putin bekommen.

Die propagandamäßige Ausschlachtung der Snowden-Enthüllungen konnte Putin jedoch Spiegel, NY Times, Guardian und alle anderen linksliberalen Leitmedien überlassen, die seit einem halben Jahr fast täglich irgendeine neue sensationelle Snowden-Enthüllung bringen.

Langsam langweilt man mit den täglichen Sensationen jedoch sogar schon die eigenen Fans, wie Sascha Lobo weinerlich bemerkt:

Spähskandal. Spähskandal. Spähskandal. So, jetzt sind wir unter uns.

Der Begriff reicht inzwischen, um einen Großteil der sich für politisch interessiert Haltenden die Augen verdrehen oder sich woandershin drehen zu lassen. Überwachungsneuigkeiten sind durchreisende Gastnachrichten geworden, sie werden allenfalls noch zur Kenntnis genommen, man runzelt irritert die Stirn.

(Spiegel)

In Europa und den USA sind wir mit unseren Regierungen, die uns nicht die totale digitale Freiheit garantieren, zwar furchtbar unzufrieden – wirkliche Angst vor einer realen Verfolgung hat jedoch niemand.

Trotz aller Empörung weiß man ganz genau, dass bei uns wohl kaum irgendwelche Lobos im Visier der Sicherheitsapparate stehen.

Snowden ist mit sensiblen Daten zu Staaten gelaufen, die zwar nicht über dieselben technischen Möglichkeiten zur Erlangung von Informationen verfügen, jedoch bei der missbräuchlichen Nutzung wesentlich uneingeschränkter sind.

Auch wenn der russische Geheimdienst nicht die Möglichkeit hat, auf die Daten von Google oder Facebook zuzugreifen, ist die Freiheit der ungestraften Meinungsäußerung keineswegs größer.

Wie Russland mit einem Fall Snowden umgegangen wäre, kann man sich angesichts des Schicksals von Litwinenko leicht ausmalen.