Posts Tagged ‘Standard’

„Immer diese ängstliche Mittelklasse“

November 20, 2011

Im Standard beklagt eine „Nahost- und Afrika-Expertin“ den fehlenden Einfluss der Islamisten auf die neue ägyptische Verfassung:

http://derstandard.at/1319183326391/Aegypten-vor-der-Wahl-Die-Saekularen-verstecken-sich-hinter-den-Militaers

Ottaway: Das heißt: Das Militär wählt die Verfassungskommission – und im Großen und Ganzen passt das den säkularen Parteien, während die Islamisten dagegen wüten. Denn es bedeutet, dass die Islamisten kaum einen Einfluss beim Schreiben der Verfassung haben werden, egal wie gut sie bei den Wahlen abschneiden.

Die „Expertin“ vergleicht die Säkularen mit der europäischen „Mittelklasse“, die sich aus Angst vor dem Kommunismus in die Arme der Faschisten geflüchtet hätte:

Ottaway: Jedenfalls ist das nicht gerade demokratisch – ich verwende gerne den Vergleich zu Europa in den 1920/30ern: Damals hat sich die Mittelklasse aus Angst vor dem Kommunismus dem Faschismus in die Arme geworfen. Auch jetzt haben Sie eine Mittelklasse – wobei auch viele Islamisten Mittelklasse sind -, also eine säkulare Klasse, die den Autoritarismus einer Demokratie vorzieht, die die Muslimbrüder beteiligt.

Gerade die europäische – genauer gesagt – die deutsche Geschichte hat jedoch auch gezeigt, wie gefährlich es sein kann, eine totalitäre Bewegung an der Macht zu beteiligen.

Und dass der Erfolg bei Wahlen eine totalitäre Bewegung leider nicht automatisch „demokratisch“ macht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_M%C3%A4rz_1933

Im Übrigen handelte es sich  auch bei der „Angst vor dem Kommunismus“ wohl um eine nicht ganz unberechtigte Sorge, wie fast 45 Jahre Dikatur in halb Europa zeigten.

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Sexistische Opern und lange Moscheenächte

November 19, 2011

Keine Frage: Anfang des 19. Jahrhunderts, als Rossini die Oper schrieb, waren die Türken generell nicht hoch angesehen. Aber ungebrochen werden die Vorurteile auf der Bühne der Staatsoper tradiert, garniert mit Nationalstolz („Wir Italiener sind klüger!“) und jeder Menge Sexismus. Ildar Abdrazakov darf als Mustafà drei Stunden den Affen machen. Und das im Wortsinn: Hat er doch ein Trikot voller zotteliger Haarbüscheln zu tragen.

http://derstandard.at/1319183247259/Kulturglosse-Der-Tuerke-als-Affe

Italienische Opern müssen von „Sexismus“ und „Nationalstolz“ gesäubert werden.

Der Islam darf hingegen bleiben, wie er ist.

Schließlich ist Wien dank Medien wie dem „Standard“ eine Hauptstadt des Kulturrelativismus.

Davon konnte man sich heute bei der euphorischen Berichterstattung über die „Lange Nacht der Moscheen“ wieder einmal überzeugen:

http://derstandard.at/1319183275500/Wien-Erfolgreiche-erste-Lange-Nacht-der-Moscheen

Eine „Lange Nacht der Scientology-Tempeln“ wäre hingegen als Skandal angeprangert worden.

Wiewohl es sich dabei um die wesentlich harmlosere Sekte handelt.

Gaddafis treuestes Völkchen

Oktober 8, 2011

In Libyen musste Gaddafi zwar bittere Niederlagen verkraften.

Im Standard-Forum fechten seine österreichischen Fans jedoch immer noch heroische (Wort-)Schlachten gegen seine imperialistischen Feinde aus.

Gaddafi hat sich wohl das falsche Volk ausgesucht.

Die (Maul-)Helden aus dem Standard-Forum hätten ihren Führer wohl nicht so treulos im Stich gelassen wie die Libyer.

Ein „Copy-Shop“ für Dschihadisten

September 28, 2011

Eine Gruppe algerischer Dschihadisten, die während des Balkankrieges nach Bosnien eingesickert waren, plante 2001 Anschläge auf britische und amerikanische Einrichtungen.

Die Anschlagspläne waren zwar nicht konkret genug, um in Bosnien ein Gerichtsverfahren durchzuführen, vorsichtshalber wurden sie jedoch im Einvernehmen zwischen den bosnischen und amerikanischen Behörden nach Guantanamo überstellt.

http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1001172,00.html

Genau dort gehörten sie als feindliche Kämpfer auch hin.

Seit ihrer Rückkehr finden die Männer keinen Job mehr in Bosnien, was natürlich nicht an der hohen Arbeitslosigkeit, sondern laut Standard an den „hartnäckigen Vorurteilen“ der Bosnier läge:

Warum die beiden keine feste Anstellung finden, obwohl sie gut ausgebildet sind, lasse sich laut Schmidt nicht nur auf die allgemein hohe Arbeitslosigkeit in Bosnien zurückführen, sondern auch auf die Angst der bosnischen Bevölkerung vor radikalen Islamisten. Während des Bosnienkrieges waren  Muhajedin aus dem Nahen Osten und dem Maghreb nach Bosnien gekommen und mit ihnen ein radikalerer islamischer Einfluss, den es vorher in Bosnien nicht gab. Deshalb halte sich in der bosnischen Öffentlichkeit hartnäckig das Vorurteil, „wer in Guantanamo war, muss ja irgendwie ein Taliban sein oder Al-Kaida angehören.“

Um „die Folgen des Kriegs gegen den Terror zu lindern“, will eine österreichische Spendenplattform den Unschuldslämmern einen „Copy Shop“ spendieren.

Wirklich die ideale Propagandazentrale Beschäftigung für ehemalige Dschihadisten Guantanamo-Opfer…

Der Untergang des Hauses Bronner

September 25, 2011

Die Bronners haben für das Nachkriegs-Österreich viel geleistet.

Gerhard Bronner war einer der Väter des politischen Kabaretts, und man kann ihn sogar als Erfinder des Austropop bezeichnen:

Sein Sohn Oscar hat mit dem Profil und dem Standard die österreichische Medienlandschaft zweifellos bereichert.

Dass der Name Bronner heute für so etwas wie den Online-Standard steht, ist ziemlich deprimierend…

Politically Incorrect wird zu Recht vorgehalten, im Kommentarbereich ausländerfeindliche Hetze zu verbreiten.

Allerdings sollte die Verantwortung für den Kommentarbereich für ein angebliches Qualitätsmedium dann umso mehr gelten.

Zumindest ein Teil der Standard-Redaktion dürfte sich mit den im Standard-Kommentarbereich geäußerten Meinungen durchaus identifizieren, da es gerade Mullah-Fans oder 9/11-Truther besonders leicht durch die Kontrolle schaffen.

„Fast alle Länder foltern“

August 17, 2011

Das Wiener Ludwig Boltzmann-Institut hat einen „Weltatlas der Folterungen“ erstellt.

„In fast allen Ländern wird gefoltert“ titelt dazu der Standard.

Doch welche Länder sind „sauber“?

http://www.univie.ac.at/bimtor/countrymap

Im Gegensatz zu Schweden oder Liechtenstein wird demnach im Iran nicht „gefoltert“ (was auch immer man darunter verstehen soll…)

Was die „Folter-Experten“ gerade aktuell beschäftigt?

http://www.atlas-of-torture.org/

Natürlich zu allererst Israel…

Standard verärgert Großinquisitor

Juli 25, 2011

Letzte Woche überraschte mich der Standard mit einem politisch inkorrekten Interview, in welchem der Einfluss des Klimawandels auf die Dürrekatastrophe in Ostafrika verneint wurde.

Nun wird sogar ein Beitrag von pi.news veröffentlicht.

Statt die Gelegenheit zu nutzen, alle Ketzer zu verbrennen, bietet ihnen der Standard auch noch ein Forum.

Solch eine Nachlässigkeit im Umgang mit dem Teufel lässt den Kärntner Großinquisitor natürlich toben.

Standard verbreitet „unnütze Wahrheit“

Juli 20, 2011

Die Wissenschaft solle den Menschen dienen.

Wenn der Klimawandel an der Dürre in Ostafrika schuld sei, kann man die Industriestaaten viel gezielter und mit erhobenem Zeigefinger in die Pflicht nehmen.

Gelänge es die Opfer der Dürre-Katastrophe als „Klimaopfer“ zu deklarieren, ginge es nicht mehr um „karitative Hilfe“, sondern um „Rechte, die man den Klimaflüchtlingen bislang vorenthalte“.

Doch ausgerechnet der Standard veröffentlicht jetzt ein Interview, in dem diese „nützliche Theorie“ durch unnütze wissenschaftliche Fakten untergraben wird:

„Dürre in Ostafrika kein Effekt des Klimawandels“

Forum-Dorf auf Hexenjagd

Juni 16, 2011

Sogar der Standard verzichtet nunmehr in seinem Beitrag darauf, Sarah Palin wegen des Anschlags auf Gabrielle Giffons zu beschuldigen.

Die Standard-Poster sind freilich völlig aufklärungs-resistent und jagen ihre republikanische Hexe auch weiterhin fröhlich durch das Forum-Dorf:

Eine amerikanische Kongressabgeordnete, deren Hauptbeschäftigung es bekanntlicherweise ist Kohle zu scheffeln und Kaviar in Sekt zu tunken wurde von einem geistig gestörten Nationalisten angeschossen. Sarah Palin hatte auf ihrer Website Wahlbezirke ihr besonders unsympatischen politischen Gegener mit einem Fadenkreuz markiert, woran sich der dann orientiert hat.

Wo hier genau heldenhaftes zu sehen ist weiß ich nicht. Wenn in mir eine Kugel steckt bin ich glücklich zu überleben aber noch lange kein Held.

(Hugo Strudl)

„Obama wie Osama, nur viel schlimmer“

Mai 13, 2011

Der Standard ist immer wieder für die Verbreitung von grobem Umfug verantwortlich.

Schließlich weiß man, was man seinen Lesern schuldig ist.

Nach dem Erdbeben von Haiti durfte eine Innsbrucker Universitätsprofessorin die große, böse USA wegen des angeblichen Einsatzes einer „Erdbebenwaffe“ gegen den armen, kleinen Karibikstaat anprangern.

Nun läßt man einen Gewinner des „alternativen Nobelpreis“ die Gemeinsamkeiten und feinen Unterschiede zwischen Osama und Obama aufzeigen:

Es gibt keine Beweise dafür, dass Osama bin Laden die Attentate vom 11. September 2001 geplant hat, so wie es keine Beweise gegeben hat für das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak, die Begründung für den US Angriff gegen das Land im Jahr 2003. Es stimmt, dass Osama den 9/11 Angriff begrüßt hat, das aber ist eine Angelegenheit der Meinungsfreiheit.

Milosevic, Khatami, Saddam Hussein, alle wollten den Dialog. Gaddafi fordert eine Feuereinstellung mit Dialog. Washington will aber nur eines: „Regimewechsel“, um die Person los zu werden, die man derart dämonisiert hat, dass man selber daran glaubt, dass mit dessen Verschwinden auch der Konflikt gelöst wäre. Sie verfüttern diese Kost den untertänigen Medien und einer US-Öffentlichkeit, die da betet „Gib uns unsere tägliche Lügen“.

Beide, Obama und Osama, sind extrem gewalttätig, sie töten massiv Zivilisten. Beide sind rhetorisch begnadet und intelligent. Aber einer ist auf der Seite der Geschichte, kämpft allerdings unrechtmäßig für die unrechtmäßig Unterdrückten und der andere kämpft für die unrechtmäßigen Unterdrücker, für ein sterbendes Imperium, gegen die Geschichte.

(Johan Galtung, STANDARD-Printausgabe, 14./15.5.2011)

Schon beim normalen Nobelpreis kommen für gewöhnlich nur gestandene „Kritiker“ des Westens zum Zug.

Um den „alternativen Nobelpreis“ zu ergattern, muss man sich hingegen schon als echter „Hasser“ unserer Zivilisation hervortun.