Posts Tagged ‘Thaksin’

„Asiens Berlusconi“ schlägt zurück

Juli 3, 2011

Als der demokratisch gewählte thailändische Premier Thaksin durch einen Militärputsch abgesetzt wurde, und die thailändische Justiz jene Vorgänge durch seine Verurteilung wegen Korruption auch noch absegnete, hielt sich die Empörung der europäischen Medien sehr in Grenzen.

Den thailändischen Eliten, die den „Emporkömmling“ abgesetzt hatten, war es nämlich gelungen, Thaksin als einen „asiatischen Berlusconi“ darzustellen.

Einen „Berlusconi“ wegen „Korruption“ abzusetzen – und durch die Justiz ein „falsches Wahlergebnis“ zu korrigieren – welcher europäische Journalist würde so eine Vorgehensweise nicht begrüßen?

Da spielte es ausnahmsweise sogar keine Rolle, dass die Rothemden aus der „armen ausgebeuteten Landbevölkerung“ kamen (mit der sich die linken europäischen Elite-Journalisten sonst naturgemäß solidarisiert hätten) und die Gelbhemden aus der „reichen städtischen Elite“ eines Schwellenlandes (sonst schon seit 68er Zeiten das archetypische Feindbild der links-intellektuellen europäischen Journalisten).

Thaksin und Berlusconi sind beide in korrupten Systemen „groß“ geworden. Folglich ist anzunehmen, dass sich beide bei ihrem steilen Aufstieg die Hände schmutzig gemacht haben.

Korruptionsvorwürfe treffen in korrupten Ländern wie Thailand oder Italien nie ins Leere – und sind daher ein idealer Vorwand, um politische Gegner kaltzustellen und sie von den eigenen Korruptions-Pfründen fernzuhalten.

Ausnahmsweise keine europäische Solidarität mit „Rothemden“

Mai 16, 2010

Als der demokratisch gewählte thailändische Premier Thaksin durch einen Militärputsch abgesetzt wurde, und die thailändische Justiz jene Vorgänge durch seine Verurteilung wegen Korruption auch noch bestätigte, hielt sich die Empörung der europäischen Medien sehr in Grenzen.

Den thailändischen Eliten, die den „Emporkömmling“ abgesetzt hatten, war es gelungen, Thaksin als einen „asiatischen Berlusconi“ darzustellen.

Einen „Berlusconi“ wegen „Korruption“ abzusetzen – und durch die Justiz ein falsches Wahlergebnis zu korrigieren – welcher europäische Journalist hätte so eine Vorgehensweise nicht begrüßt?

Da spielte es ausnahmsweise sogar keine Rolle, dass die Rothemden aus der „armen ausgebeutete Landbevölkerung“ kamen (mit der sich die linken europäischen Elite-Journalisten sonst naturgemäß solidarisiert hätten) und die Gelbhemden aus der „reichen städtischen Elite“ eines Schwellenlandes (sonst schon seit 68er Zeiten das archetypische Feindbild der intellektuellen europäischen „städtischen Elite“, der die meisten Journalisten angehören)

Thaksin und Berlusconi sind beide in korrupten Systemen „groß“ geworden. Folglich ist anzunehmen, dass sich beide bei ihrem steilen Aufstieg die Hände schmutzig gemacht haben.

Korruptionsvorwürfe treffen in korrupten Ländern wie Thailand oder Italien nie ins Leere – und sind daher ein idealer Vorwand, um unliebsame Wahlsieger kaltzustellen und sie von den eigenen Korruptions-Pfründen fernzuhalten.

Parallelen zum Sturz Mossadeghs

November 30, 2008

thailand(2)

Was ist los mit den Thais, die ich als sympathische und vernünftige Menschen kennengelernt habe?

Auf der einen Seite stehen die Anhänger des „Emporkömmlings“ Thasksin, der von den westlichen Medien als der „Berlusconi Asiens“ bezeichnet wird.

Auf der anderen Seite das Bündnis der alten Eliten, welches scheinbar von Justiz, Polizei und Armee unterstützt wird (Anders wäre die Flughafenbesetzung kaum möglich gewesen)

Von einer Einmischung von Außen (wie sie gerne in solchen Krisen unterstellt wird) kann bei diesem Konflikt kaum ausgegangen werden.

Trotzdem sehe ich gewisse Parallelen zum Sturz der iranischen Präsidenten Mossadegh von 1953.

Nach heutiger Sicht wird dieser Staatsstreich der CIA zugeschrieben, welche durch die Operation Ajax die Absetzung Mossadeghs unterstützt hatte. Die Entmachtung eines demokratisch legitimierten Politikers zugunsten einer Diktatur war mit Sicherheit kein Ruhmesblatt der US Aussenpolitik. Die Angst im kalten Krieg ein weiteres Land an die Kommunisten zu verlieren, verschuldete jenen Sündenfall.

Entscheidend für das Gelingen des Staatsstreichs war jedoch in erster Linie die aktive Beteiligung der persischen Elite. Möglicherweise wäre die Absetzung Mossadeghs auch ohne CIA Hilfe (in der Höhe von 1 Million Dollar) erfolgreich durchgeführt worden.

Leider wird seitdem gerade bei intellektuellen Iranern (oftmals die Kinder der Elite, die Mossadegh abgesetzt hatte – auch im damaligen Iran studierten wohl vornehmlich Menschen aus der Mittel- und Oberschicht) die USA für alle negativen Entwicklungen im Iran verantwortlich gemacht.

Zwischen Thaksin und Mossadegh bzw. ihren Gegnern, welche die populistischen, jedoch demokratisch legitimierten Politiker entmachteten, sind einige Gemeinsamkeiten zu finden.

Mossadegh konnte sich auf eine Mehrheit der Bevölkerung stützen. Beide wurden jedoch von mächtigen Teilen der Bevölkerung des Landes (insbesondere dem Militär) angefeindet.

Es bleibt zu hoffen, dass eine drohende Eskalation nicht zu ähnlichen politischen und gesellschaftlichen Langzeitfolgen wie im Iran führen wird.

Dass ausgerechnet die intelligenten und kultivierten Iraner vom unwirklichsten und fanatischsten Regime unserer Zeit beherrscht werden (und sich beherrschen lassen), gehört zu den größten Perversionen der aktuellen Zeitgeschichte.