Posts Tagged ‘Uran Munition’

Wie Internet-Legenden entstehen

Oktober 22, 2012

Herzfehler, Gehirn-Fehlfunktionen, Missbildungen von Körperteilen: Eine jetzt veröffentlichte Studie der University of Michigan`s School of Public Health in den USA hat eruiert, dass seit Beginn des Irak-Krieges die Zahl an Geburtsfehlern enorm zugenommen habe. Dies berichtet das britische Blatt Independent.

Im Zuge der jüngsten Untersuchungen wurde nun eruiert, dass im Verlauf der vergangenen sieben Jahre die Zahl missgebildeter Kinder um 60 Prozent gestiegen sei. Es sei somit der „zwingende Beweis“ erbracht worden, dass militärische Angriffe dafür mitverantwortlich seien, wird Mozhgan Savabieasfahani, eine der Studienautoren, im Independent zitiert.

Der Kurier, Österreichs erfolgreichste „Qualitätszeitung“, hat es also vom „Independent“.

Der „Independent“ hat es wiederum von einer Studie der University of Michigan.

Bei so einer dichten Faktenlage verzichten unsere Star-Journalisten auf eigene Recherchen:

z.B. ob die University of Michigan etwas von der Studie ihrer angeblichen Mitarbeiterin Mozhgan Savabieasfahani etwas weiß?

z.B. unter welchen Umständen die Dame zu ihren Ergebnissen kam?

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„Morbus Günther“

November 22, 2009

Professor Dr. Dr. Siegwart Horst Günther  gilt laut Wikipedia als Entdecker des durch Uranmunition verursachten Golkriegssyndroms, wobei die von ihm entdeckte Erkrankung manchmal fälschlich als „Morbus Günther“ bezeichnet werde.

Zu diesen „manchen“ zählt auch der Professor Dr. med., Dr. med. habil. M.D., DSc. Ph.d., D.C.M.T., D.T.P.H., D.T.M. & H., DIP. DERM, DIP. VEN. selbst – in seiner Autobiographie verweist er auf ein „bisher unbekanntes Krankheitsbild, das mittlerweile nach ihm benannt“ worden sei:

„Große Aufklärer“ wie Islamically Incorrect zögern natürlich nicht, diese „hochwissenschaftlichen Erkenntnisse“ weiterzuverbreiten.

Von Buchenwald bis Basra

Oktober 26, 2009

Beim WDR durfte der Filmemacher Frieder Wagner die Gebührenzahler mit einem Film über die Erkenntnisse des „Entdeckers des Golfkriegssyndroms“ Professor Dr Dr Siegwart Horst Günther  beglücken:

http://www.videogold.de/deadly-dust-todesstaub/

Wer ist dieser ansonsten von den MSM so schmählich unterschätzte Mann, der es lediglich als renitenter Kurbad-Arzt in den Spiegel geschafft hatte?

Sein Lebenslauf laut Campo Antiimperialista:

Als Mitglied der Widerstandsgruppe unter Graf Stauffenberg gegen den Hitlerfaschismus wurde er von der GESTAPO verhaftet und kam ins KZ Buchenwald. Nach dem Krieg erhielt er seine akademische Ausbildung in den Fächern Medizin, Philosophie und Ägyptologie an deutschen und englischen Universitäten und spezialisierte sich auf Patho-Physiologie und Öffentliches Gesundheitswesen. GÜNTHER erhielt von europäischen Universitäten und Universitäten in Übersee folgende akademische Grade: Dr. med., Dr. med. habil. M.D., DSc. Ph.d., D.C.M.T., D.T.P.H., D.T.M. & H., DIP. DERM, DIP. VEN. Er unterrichtete und hielt Vorträge an Universitäten in Alexandria, Amman Bagdad, Beirut, Berlin, Dundee, Genf, Giessen, Glasgow, Hamburg, Hannover, Havanna, Jena, Khartoum, Krakau, Lagos, Leipzig, Liverpool, London, Lübeck, Madrid, Mansoura, Marburg, Moskau, München,New York, Paris, Rom, Leningrad, Tripolis, Tunis, Uppsala, Warschau und Zagazig.

Trotz der beeindruckenden akademischen Karriere lassen sich lediglich zwei wissenschaftliche Publikationen aus den Jahren 1951 und 1954 finden.

Auch Belege über die „Widerstands-Tätikeit unter Stauffenberg“ des „schwer verwundet aus Stalingrad Ausgeflogenen“ existieren scheinbar nicht.

Einwandfrei belegen läßt sich hingegen, dass er zusammen mit dem Stasi-Agenten Rainer Rupp folgendes Werk verfasste: Vor dem dritten Golfkrieg.

Daneben erschienen seit 1991 noch etliche andere Publikationen, die herzlich wenig mit Wissenschaft zu tun hatten.

In den USA, wo seit Ende des Golfkriegs bereits umfangreiche Studien über das Golfkriegssyndrom und Uran Munition durchgeführt wurden, ist der deutsche „Entdecker des Golfkriegssyndroms“ ein „fast völlig unbeschriebenes Blatt„.

Asaf Duraković, der zweite im WDR-Film auftretende „Experte“ für das Golfkriegssyndrom, hat es dort ebenfalls kaum zu öffentlicher Beachtung geschafft.

Und auch bei ihm hat die brillante akademische Karriere  nicht gerade zu einer wissenschaftlichen Publikationsflut geführt.