Posts Tagged ‘Wikileaks’

Verhängnisvolle Gesetze

Dezember 8, 2010

Nach links-progressivem Weltbild ist die „Unschuld“ ein kleines Mädchen aus dem Regenwald:

Die „Schuld“ wird hingegen am besten durch einen weißen, erfolgreichen Mann mittleren Alters verkörpert.

…dies könnte nun ausgerechnet dem linken Rebellen Julian Assange zum Verhängnis werden.

Unter den Staaten nehmen die USA die Rolle des „weißen Täters“ ein, der „irakische Widerstand“ oder die Taliban werden hingegen als benachteiligte „edle Wilde“, die sich gegen einen übermächtigen Gegner zur Wehr setzen müssen, wahrgenommen.

Diese vermeintliche Schieflage zwischen Opfern und Tätern gibt Julian Assange die moralische Legitimation, das „US-Imperium“ mittels Veröffentlichung gestohlener Daten zu bekämpfen.

Ironischerweise wird der links-progressive Antiamerikaner Julian Assange nun ausgerechnet vom europäischen Land mit der links-progressivsten Gesetzgebung verfolgt.

Auch das schwedische Gesetz will nur ein vermeintliches Ungleichgewicht zwischen Opfern und Tätern beseitigen:

Es schützt die Opfer der übermächtigen, männlichen Sextäter, indem es sogar einvernehmlichen Sex zwischen Erwachsenen unter Strafe stellt, wenn sich die weiblichen Opfer danach irgendwie mißbraucht fühlen.

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Kein „WikiLeaks-Geheimnis“

Dezember 3, 2010

Putin soll vom Mord an Litwinenko gewußt haben.

Das ist allerdings kein WikiLeaks-Geheimnis, sondern konnte schon die letzten Jahre auf Wikipedia nachgelesen werden.

Doch solange es nicht CIA oder Mossad betrifft, hält sich die mediale Empörung über die Drecksarbeit der Geheimdienste in Grenzen.

„WikiLeckt mich am Assange!“

Dezember 1, 2010

Paul von No Blood 4 Sauerkraut kommt beim Thema WikiLeaks voll in Fahrt:

[…] Zuletzt erwog er, sich in der Schweiz niederzulassen und dort politisches Asyl zu beantragen. Die Schweiz sei neben Island das einzige westliche Land, in dem sich WikiLeaks sicher fühle, sagte er Anfang November im Schweizer Fernsehen.

Dass er sich da mal nicht täuscht. Denn kriminelle Ausländer werden dort seit neustem ratzfatz in die Heimat zurückgeschickt. Womit die Ausschaffungsinitiative wenigstens etwas gutes hätte, da sich die australische Regierung sicher freuen wird, den kleinen Julian am Flughafen wieder in Empfang nehmen zu dürfen, um anschließend mit dem amerikanischen Botschafter in aller Ruhe die Formalitäten des unweigerlich folgenden Auslieferungsgesuches zu klären.

Mitarbeiter der Plattform fühlten sich wegen der Protokolle über die Kriege im Irak und in Afghanistan vom US-Verteidigungsministerium bedroht, erklärte der Internetaktivist mehrmals.

Klar, in der Schweiz oder Island wäre er vor den Todesschwadronen der CIA natürlich sicher, denn wenn die US-Killerkommandos vor was Respekt haben, dann sind es sicherlich Geissen und Geysire. Schon klasse, wenn jemand, der permanent Verschwörungsscheisse absondert, sich so offensichtlich weigert, selber reinzutreten.

„Helden des Journalismus“

November 28, 2010

Der Datenschutz geht kritischen Europäern über alles…

…außer es geht gegen die USA.

Dann werden die Veröffentlicher gestohlener Daten zu „Helden des Journalismus“ erklärt.

Der Wikileaks-Gründer stilisiert sich selbst zum bedrohten Opfer.

Julian Assange mag zwar eine stafrechtliche Verfolgung durch die USA drohen – um sich durch kritischen Journalismus in Lebensgefahr zu bringen, hätte er sich schon einen anderen Gegner aussuchen müssen.

Regime, die kritische Journalisten tatsächlich ermorden lassen, sind jedoch genau die Profiteure der Wikileaks-Enthüllungen.

Mutmaßliche Zivilisten

Oktober 23, 2010

Dubai – Die Enthüllungsplattform WikiLeaks soll im Besitz von Dokumenten sein, wonach unter anderem „hunderte“ irakische Zivilisten an US-Checkpoints getötet wurden. Dies gehe aus geheimen US-Militärdokumenten über dem Krieg im Irak hervor, die im Besitz von WikiLeaks seien, berichtete der arabische Sender Al-Jazeera am Freitag. In der Nacht auf Samstag wurden die rund 400.000 Dokumente online gestellt. Die US-Regierung reagierte empört auf die neuen Enthüllungen.

Wikileaks enthüllt (ohne journalistische und rechtliche Verantwortung).

Al-Jazeera posaunt die (angeblichen) Fakten in die Welt hinaus.

Der Standard schließt sich (begeistert) an.

Während bei Terroristen minutiös die „Unschuldsvermutung“ beachtet wird, und bis zur gerichtlichen Verurteilung daher immer nur von „angeblichen Terroristen“ gesprochen wird, verzichtet man auf das „angeblich“ oder „mutmaßlich“, wenn die Anschuldigungen von Wikileaks und Al Jazeera kommen und sich gegen die USA richten.