Posts Tagged ‘Zwickauer Zelle’

Elsässers übliche Unlogik

November 7, 2012

Generalbundesanwalt Harald Range hat nach Informationen des Tagesspiegels die mehrere hundert Seiten umfassende Anklageschrift gegen den “Nationalsozialistischen Untergrund” (NSU) jetzt unterschrieben, das Material wird seit Dienstag zusammen mit über 1000 Ordnern voller Ermittlungsakten an das Oberlandesgericht München geschickt. In der Zwischenzeit hat Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin weitere 31 baugleiche Ceskas entdeckt. Siehe Video mit Elsässer hier ab Minute 14 ungefähr! Sie waren für die Stasi und gingen nach der Wende an den Verfassungsschutz oder an die Freunde dieser beiden Organisationen. Wir freuen uns immer mehr auf den Prozeß.

(kewil.news)

Elsässers „Entdeckung“ bezieht sich wohl auf diesen Artikel aus dem Tageanzeiger:

Die deutschen Ermittler hatten zuvor festgestellt, dass von der Sonderedition der Ceska, mit der neunmal getötet wurde, nur 55 Stück hergestellt worden waren. Gemäss dem damaligen Leiter der Untersuchung waren 31 der Pistolen in die DDR an den Geheimdienst Stasi gegangen und 24 nach Derendingen. Aus Gründen, die nie offengelegt wurden, konnten die Ermittler vor etwa zwei Jahren ausschliessen, dass es sich bei der Tatwaffe der «Döner-Morde» um eines der Exemplare aus Ostdeutschland handelte. Die Waffe stammte aus der Schweiz.

Was genau ist Elsässers Theorie wohl diesmal?

Der Verfassungsschutz habe (warum auch immer) die Türken mit der Stasi-Waffe selbst ermordet oder (warum auch immer) irgendwelchen bösen Türken (erst seit dem Syrienkonflikt Elsässers Feindbilder) eine Stasi-Waffe zugesteckt , mit der dann die Landmänner ermordet wurden?

…und dann ein paar Jahre später den armen NSUlern die Waffe untergeschoben?

Zwar wäre es wohl der simpelste Teil jenes genialen „Geheimdienst-Komplotts“ gewesen, einfach zu behaupten, ein Stasi-Agent habe die Ceska den Nazis zukommen lassen.

Doch nach Elsässers altbekannter 9/11-Verschwörungstheoretiker-Logik konnte ja auch die Bush-Administration das genialste Verbrechen unter totaler Geheimhaltung durchführen, war dann jedoch zu doof war, im Irak den Fund von MVW vorzutäuschen.

Kewil & Co. gefällt eine solche Logik natürlich sehr, wenn die gefallenen Volksgenossen dadurch entlastet werden können.

Hollywood als Vorbild für Zwickau?

Januar 15, 2012

Die Zwickauer Neonazi-Terroristen haben ihre Opfer nach SPIEGEL-Informationen anhand bestimmter Kriterien ausgesucht. Beweismaterial zeigt, dass sich die Täter auf „unarische“ Männer im zeugungsfähigen Alter konzentrierten. Womöglich planten sie die Mordserie nach dem Vorbild amerikanischer Rassisten.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,809150,

Welche Mordserie „amerikanischer Rassisten“ sollen sich die Zwickauer denn konkret zum „Vorbild“ genommen haben?

In den letzten 40 Jahren fanden vergleichbare rassistische Mordserien in den USA lediglich in Hollywood-Filmen statt.

https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/01/08/intellektuelles-niveau-und-meinungssuff/

Für „Rechtsaußen“ und damit wohl auch für „amerikanische Rassisten“ hält der Spiegel die amerikanischen Evangelikalen:

Rechtsaußen sucht den Superstar

Die Zeit wird knapp: Selten schienen die Chancen so gut, das Weiße Haus zu erobern. Aber Amerikas Erzkonservative haben zu viele Bewerber im Rennen. Kurz vor der entscheidenden Vorwahl in South Carolina küren die Anführer der Evangelikalen mit Rick Santorum einen Einheitskandidaten.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809166,00.html

Dass auch Jimmy Carter ein Evangelikaler war, dürfte dem deutschen Leitmedium nicht bekannt sein.

Während man religiöse Republikaner zu „Rechtsextremen“ abstempelt, verharmlost man die Muslimbrüder zu „moderaten Konservativen“.