Mitläufer und Rädelsführer des IS

Ein junger Tschetschene kennt die Wiener Islamisten-Szene. Dort begegnete er auch dem späteren Attentäter.

Er habe Steroide gespritzt, um sich aufzupumpen, und versucht, bei radikalen Gruppen anzudocken, sei aber von allen belächelt worden. Er selbst habe ihn vom Sehen gekannt, sich aber nicht weiter für ihn interessiert. K. sei ein „Irgendwer“ gewesen, sagt Aslan. Ein Irgendwer? „Schwach halt, ein Mitläufer.

In Aslans Augen war K. F. kein Muslim: „Aber das ist nicht wichtig. Muslim war er für die ganze Welt. „Dass er kein Tschetschene war, kümmerte die Online-Ausgabe der „Kronen Zeitung“ allerdings nicht.

Quelle: Profil

Profil ist gerne bereit, dem angeblich geläuterten Tschetschenen eine Bühne für sein Opfernarrativ zu geben. Wenn immer es irgendwie geht, suchen Tschetschenen die Schuld für ihren Ruf nicht bei sich selbst, sondern bei den bösen Medien. Die guten Medien helfen ihnen bei dieser Strategie.

Trotz des Wohlwollens des Profils ist der Artikel ziemlich selbst entlarvend. Der angeblich geläuterte IS-Anhänger teilt weiterhin andere in „echte“ und „unechte Muslime“ ein, wie es für den IS typisch war. Aus seinen Aussagen geht klar hervor, wer die Rädelsführer bei der österreichischen IS-Zweigstelle waren.

Wenn es sich bei Terroristen um Einzeltäter bzw. Mitläufer handelt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich eher um Amokläufer als um politische Täter handelt. Terror ist nur ein Mittel zum Zweck. Auch eine Ausreise nach Syrien ist nicht das Entscheidende für die Gefährlichkeit einer Gruppe.

Gefährlich sind geschlossene Gruppen, die sich hier auf einen Bürgerkrieg wie in Syrien vorbereiten, auch wenn sie dabei legalistisch agieren und vorerst auf Terror verzichten. Ich fürchte mich mehr vor einem Rädelsführer einer solchen Gruppe als vor einem (ohnehin toten) Mitläufer.

5 Antworten to “Mitläufer und Rädelsführer des IS”

  1. aron2201sperber Says:

    auch unter Tschetschenen gibt es echte Musterknaben, die gerne von der Community vorgeschoben werden, wenn es darum geht, das „schlechte Image“ der Tschetschenen zu widerlegen.

    Die Musterknaben sind jedoch keine Influencer für Tschetschenen, wie die lächerliche Zahl an Likes zeigen.

    Treten Tschetschenen als Gewalttäter mit IS-Finger auf, sind ihnen hingegen Tausende Likes sicher.

    die Musterknaben dürfen zwar den Österreichern erzählen, dass “ die Tschetschenen“ nicht so wären, wie man an ihrem Beispiel sähe-

    Leider sind „die Tschetschenen“ in der Mehrheit eben keine Musterknaben, sondern orientieren sich an den (aus unserer Sicht) negativen Vorbildern.

  2. Benjamin Goldstein Says:

    Neulich hörte ich irgendwo im deutschen ÖR (hab leider vergessen wo): „der Fingerzeig nach oben symbolisiert die Verbundenheit mit Gott“. Ach so….

  3. Benjamin Goldstein Says:

    DW hat gerade eine Klageschrift gegen Kurz verfasst. Also der macht den Islamismus. Wer sonst. https://www.dw.com/en/opinion-the-exclusion-of-muslims-nurtures-islamists/a-55595751

    • aron2201sperber Says:

      Muslime müssen in der islamischen Welt ja furchtbar unterdrückt sein, dass der Islamismus dort so blüht.

      • Benjamin Goldstein Says:

        „Ja“. Das Problem ist ja nicht nur auf Muslime beschränkt und auch nicht nur auf Afroamerikaner. Der linke Ausgebeutetseinmythos wird auch von locker 90% aller Schwarzafrikaner geteilt. Da muss man sich nicht seiner korrupten Elite entledigen und/oder verhüten und/oder sonstige Probleme lösen.

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