Wissen ohne Beweise?

Anlässlich des 100. Geburtstags von Pier Paolo Pasolini brachte der ORF auch wieder seinen berühmtesten Satz „Ich weiß, auch wenn ich keine Beweise habe.“ mit dem er den Staat bezüglich des „Anschlags auf die Piazza Fontana“ einer „Strage die Stato“ (staatlichen Massakers) bezichtigt hatte.

Zu wissen, ohne Beweise zu haben, ist eine widersprüchliche, hinterfragenswerte Behauptung (auch wenn es der ORF natürlich nicht tut).

Ein paar Fakten zum „Anschlag auf die Piazza Fontana“:

1) Tatsächlich handelte es sich dabei um einen Bombenanschlag auf eine Bank, also ein Symbol des Kapitalismus. Indem es von der „Controinformazione“ als Anschlag gegen die „Piazza“ geframed wurde, konnte es als rechter Anschlag auf das linke Volk verkauft werden.

2) Die Bank hätte zum Zeitpunkt der Explosion eigentlich schon geschlossen sein sollen, war jedoch aufgrund einer länger andauernden Auszahlung von Förderungen noch voller Kunden. So wurde aus einem „Anschlag gegen eine Sache“ wohl unbeabsichtigt ein Massaker an Menschen.

3) Gegenüber der Bank hatte sich ein von Anarchos besetztes Haus, das ehemalige „Albergo Commercio“ befunden, das 3 Monate vor dem Anschlag auf die Bank im August 1969 von der Polizei gestürmt und geräumt worden war.

4) Italiens reichster Erbe und Revolutionsromantiker Giangiacomo Feltrinelli hatte in den Monaten zuvor alle möglichen Anarchos, aber auch sardische Separatisten und rechtsextreme Splittergruppen gefördert, um endlich auch in Italien gegen einen angeblich reaktionären, faschistischen Staat Che Guevara spielen zu können. Auch das berühmte Che-Foto wurde ursprünglich von Feltrinelli editiert.

5) Zu Besuch bei Feltrinelli in Mailand waren Anfang Dezember 1969 die Kaufhausbrandstifter Andreas Baader und Gudrun Ensslin.

6) Feltrinelli ging unmittelbar nach dem Anschlag auf die Bank in den Untergrund, um die GAP (Gruppi d’Azione Partigiana), die Vorläufer der Brigate Rosse, zu gründen.

2 Antworten to “Wissen ohne Beweise?”

  1. Olaf Says:

    Hatte bisher noch nie was von Feltrinelli gehört. Hab jetzt mal die wikipedia Artikel dazu gelesen. Kuriose Sachen, insbesondere diese Monika Ertl, eine Bayerin in Bolivien;)

    Beim ORF sind wohl , wie in den Medien der BRD die linken „Helden“ an der Macht. Ich kenn das von hier, wie sie die „Heldenmärchen“ der grünen Landser verzapfen, sei es 68 oder Startbahn West oder Radikalen-Erlass.
    Dabei merken sie in ihrer Dummheit nicht, wie sie ihren kriminellen Umgang mit der rechten Opposition spiegeln.

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