Kein Kommentar zur Realität

Hier sind die Steuern viel höher als im Rest der Welt. Hier ist Energie viel teurer als im Rest der Welt. Hier drohen viel höhere Emissionszertifikat-Preise als im Rest der Welt. Hier werden von Regierungen (und dem ORF) die wirtschaftsfeindlichen NGOs der Grünen massiv gefördert, die im Rest der Welt ignoriert werden. Hier sind die Arbeitskosten viel höher als im Rest der Welt. Hier ist es viel schwieriger als im Rest der Welt, Mitarbeiter zu kündigen. Hier herrscht für fast alle Zukunftstechnologien ein Tabu, wenn sie irgendwie mit Gen, Atom, Fracking, Hormon zu tun haben. Hier gibt es die weltweit (neben Japan) am meisten überalterte und daher immer teurer werdende Bevölkerung. Hier glaubt man mehr als in jeder anderen Region, dass man durch Schulden statt Reformen Probleme lösen kann. Hier gibt es weltweit den höchsten Anteil von Beamten und beamtenähnlichen Lohnbeziehern.

(Andreas Unterberger)

Eine sehr treffende Beschreibung der europäischen Krankheit, die eigentlich jeden aufrütteln sollte, jedoch selbst in Unterbergers eigenem Forum keine große Resonanz (gerade mal 11 Kommentare) findet.

Offenbar wollen die meisten Leute, egal ob sie nun links oder rechts sind, mit der Realität nichts zu tun haben.

Advertisements

2 Antworten to “Kein Kommentar zur Realität”

  1. American Viewer Says:

    Die 5 konkreten Punkte im Artikel von Unterberger hätte ich eher zitiert, denn sie sind nicht so allgemein gehalten, sondern gehen ins Detail.

    Ansonsten finde ich die europäische Wirtschaftspolitik – links wie rechts (Unterberger ausdrücklich mit eingeschlossen) – ziemlich armselig.

    Das Heuchlerische an „liberal-konservativen“ Europäern wie Unterberger ist, dass sie zwar gerne die amerikanischen Verhältnisse loben („Alles wandert nach Amerika aus“) – gleichzeitig aber große Teile der amerikanischen Wirtschaftspolitik (und hier vor allem die Geldpolitik) komplett ablehnen.

    In diesem Punkt verbünden sich linke und rechte Europäer dann gerne und beschwören die „amerikanisch-anglikanische“ Geldverschwörung.

    In sich logisch ist das nicht.

    Nur mal zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote in Amerika (und in GB) liegt aktuell bei ca. 6% und damit nahe an der erreichbaren Vollbeschäftigung in westlichen Sozialstaaten. Die Krise dort ist überwunden, das Vorkrisen-Niveau nahezu wieder erreicht.

    In der Eurozone hingegen verharrt die Arbeitslosigkeit bei 12% – und das ist nur der Durchschnitt. In den Südländern liegt man eher bei 20% und unter Berufeinsteigern bei 40-50%. Und die Tendenz in der Eurozone passt auch nicht: Die Arbeitslosenzahlen in der Eurozone stiegen zuletzt eher wieder an.

    Die Zahlen aus dem Süden sind die Zahlen einer Great Depression, die konservative amerikanische Ökonomen wie Milton Friedman oder neuerdings Scott Sumner (sehr empfehlenswerter Blog) natürlich mit den „Massenvernichtungswaffen“ der Geldpolitik bekämpfen würden. Mit was auch sonst?

    Der Euro hat viele Nachteile, die man bei amerikanischen Ökonomen (und auch Bernd Lucke) nachlesen kann. Einen Vorteil hat er aber dann doch (kann man auch in den genannten Quellen nachlesen): Er ist die zweitwichtigste Reservewährung der Welt nach dem Dollar und damit bestens geeignet für eine „amerikanische“ Geldpolitik.

    Aber gerade dieser eine Vorteil wird von den Europäern kaum bis gar nicht genutzt. Damit kommen nur die massiven Nachteile des Euros zum Tragen. Es wäre zum Totlachen, wenn es nicht so traurig wäre.

    • aron2201sperber Says:

      ich verstehe wenig von Geldpolitik, da kennst du dich sicher besser aus.

      was jedoch das unternehmerfeindliche Umfeld betrifft, das Unterberger beschreibt, ist die Sache auch für Wirtschafts-Laien wie mich nachvollziehbar.

      Technologie-Feindlichkeit, Umwelt-Religiosität und Sozialstaat auf Pump sind für den Wohlstand fatal.

      aber Wohlstand und Wachstum sind wohl die Grundvoraussetzungen für den europäischen Wohlfahrtsstaat, auf den wir Europäer so stolz sind, und nicht umgekehrt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: