Rechte plappern linke Propaganda nach

Italien hatte sich nach dem ersten Weltkrieg Südtirol als Kriegsbeute einverleibt, wogegen es verständlicherweise Widerstand gab.

Dabei wurden von den Tirolern Bomben eingesetzt, die nun einmal gefährlich sind und eben auch Menschen töten können.

Bombenterror macht nur Sinn, wenn er potenziell gefährlich ist.

Wenn sich niemand fürchtet, hat man als Terrorist versagt.

Wer solche Aktionen befürwortet, sollte auch zu ihnen stehen und sich nicht feige aus der Verantwortung stehlen (wie Italiens linke Intelligenzija, die revolutionäre Gewalt gepredigt hatte, als jene dann ausgeführt wurde, anderen die Verantwortung für die Toten zuwies).

Italiens Intelligenzija war mit ihrer Opfer-Legende einer antikommunistischen „Strategie der Spannung“ so erfolgreich, dass sie heute auch von Rechten übernommen wird, die sich in gleicher Weise ihrer Verantwortung für die Folgen des von ihnen gepredigten Kampfes entledigen wollen:

Es passte auch nur allzu gut in die damalige „Strategie der Spannung“. Diese „Strategia della tensione“ wurde von verschwörerischen Kreisen betrieben, die in geheim(bündlerisch)en Vereinigungen neofaschistischen Zuschnitts wie „Ordine nuovo“ und „Avanguardia Nazionale“ organisiert waren. Sie waren auch verankert in Teilen italienischer Dienste sowie im geheimen „Gladio“-Netzwerk des Militärs. Sie wollten (letztlich erfolglos) die gesellschaftliche Unterfütterung für einen Wechsel in Italien hin zu einem autoritären Regime vorbereiten.

(Herrolt vom Odenwald)

Die italienische ÖVP hatte zu jenem Zeitpunkt eine ganz klare Mehrheit im Parlament und war proamerikanisch.

Die Faschisten hatten zu jenem Zeitpunkt keine 5 % und waren zwar antikommunistisch, aber nicht proamerikanisch.

Rechte Terrororganisationen wie Ordine Nuovo sahen sich selbst als „Nazi-Maoisten“ und waren mindestens genauso antiamerikanisch wie die Linksradikalen.

Warum zum Teufel hätte die USA eine ihnen freundlich gesinnte Regierung im Rahmen einer „Strategie der Spannung“ schwächen sollen?

Wem hätte es genützt, wenn ein paar rechtsradikale Obskuranten ohne Rückhalt in der Bevölkerung an die Macht gekommen wären?

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10 Antworten to “Rechte plappern linke Propaganda nach”

  1. American Viewer Says:

    Hätte ich Unterberger nicht zugetraut, dass er so etwas veröffentlicht.

  2. aron2201sperber Says:

    Falls es sich beim Autor um einen Südtiroler handelt, hat er sich wirklich gut in Italiens Intelligenzija integriert.

  3. 50pf Says:

    http://50pf.wordpress.com/2013/08/04/der-terror-die-freiheit-und-der-uberwachungsstaat/

  4. aron2201sperber Says:

    eine kleine Zusammenfassung der Heldentaten:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Befreiungsausschuss_S%C3%BCdtirol

    Mit der kompletten Ausschaltung der Gründergeneration des BAS und einer Annäherung von Südtiroler Volkspartei (SVP) und der Regierung Aldo Moro radikalisierten sich die verbliebenen Mitglieder des BAS. Neben flüchtigen BAS-Mitgliedern wie Georg Klotz und Luis Amplatz, auf die 1964 ein Mordanschlag verübt wurde, traten nun auch vermehrt neonazistische und pan-germanistische Kreise in Erscheinung, die das ehemals oberste Gebot, die Schonung von Menschenleben, ins Gegenteil verkehrten und gezielt Mitglieder der staatlichen Organe zu ermorden begannen. Einige Beispiele:

    3. September 1964, Mühlwald bei Taufers: Der Carabiniere Vittorio Tiralongo wird erschossen.[11]
    9. September 1964, Antholz: Bei einem Überfall werden 5 Soldaten schwer verletzt.
    26. August 1965, Sexten: Die Carabinieri Palmerio Ariu und Luigi de Gennaro werden aus 3 Metern Distanz hinterrücks mit 33 Kugeln erschossen.[11]
    24. Mai 1966, Pfitscher-Joch-Haus: Der Zöllner Bruno Bolognese wird durch eine an der Eingangstür des Schutzhauses am Pfitscher Joch angebrachte Sprengfalle getötet.
    25. Juli 1966, St. Martin im Gsieser Tal: Die Zöllner Salvatore Gabitta und Giuseppe D’Ignoti werden erschossen.
    9. September 1966, Steinalm: Bei einem Bombenanschlag werden der Carabiniere Herbert Volgger sowie die Zöllner Martino Cossu und Franco Petrucci getötet.
    25. Juni 1967, Berg Cima Vallona (Provinz Belluno, an der Grenze zu Österreich): Ein Strommast wird gesprengt, die zum Anschlagsort kommenden Alpini und Carabinieri geraten in ein vom BAS gelegtes Minenfeld. Von den fünf Militärs überlebt nur einer.
    30. September 1967, Brennerbahn: Die Polizisten Filippo Foti und Edoardo Martini sterben bei einem Anschlag auf den Zug Innsbruck–Trient.

    Insgesamt wurden in der zweiten Phase der Attentate 15 Exekutivorgane ermordet.

    Die Aktivitäten des BAS endeten 1969. Schon vor Ende des Südtirol-Pakets gaben die meisten Aktivisten auf, da der Druck auch von österreichischer Seite zu groß wurde. Terror wurde in Italien und Österreich ohne Rücksicht verfolgt, was in der Anfangszeit (1961–1963) noch nicht der Fall war.[12]

    Aufgrund seiner politischen Einstellung und seiner ideellen Mitarbeit beim Befreiungsausschuss Südtirol wurde der Tiroler Landesrat und österreichische Nationalratsabgeordnete Aloys Oberhammer im zweiten Mailänder Prozess 1966 zu 30 Jahren Haft in Italien verurteilt. Genauso wurden auch die Dozenten der Universität Innsbruck Helmut Heuberger und Günther Andergassen verurteilt.[13]

    Für den Anschlag von Cima Vallona wurden Norbert Burger und zwei weitere Mitangeklagte in Abwesenheit zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

  5. Erwin Says:

    „Porzescharte 1967“
    Reinhard Olt 08.02.2015
    Ein „Gladio“-Attentat, das man Südtirolern in die Schuhe schob
    Die Genugtuung ist ihnen anzumerken: Den einstigen Südtirol-Aktivisten Erhard Hartung, Peter Kienesberger und Egon Kufner widerfährt aufgrund neuer militärhistorischer Forschungsergebnisse endlich Gerechtigkeit. In jungen Jahren hatten sie sich wie andere Kämpfer, die dem legendären „Befreiungsausschuß Südtirol“ (BAS) angehörten, für die Freiheit des nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugeschlagenen Südteils des vormaligen Habsburgerkronlandes und also für die Einheit des auch nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt gebliebenen Tirol engagiert. Diese Aktivisten wollten – vor allem in den 1960er Jahren – mittels Anschlägen auf italienische Einrichtungen die Weltöffentlichkeit aufmerksam machen und traten für die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts ein.

    http://www.heise.de/tp/artikel/44/44085/1.html

    • aron2201sperber Says:

      nochmals:

      der Widerstand der Südtiroler mag seine Berechtigung gehabt haben

      Terror gehörte nun einmal zu den Mitteln, die dabei eingesetzt wurden.

      sich aus der Verantwortung zu winden, in dem man alles zu Gladios Werk erklärt, ist feige.

      damit stellt man sich auf eine Stufe mit Italiens Linksradikalen, die auch stets Gewalt gepredigt haben, aber wenn es Tote gab, andere verantwortlich machen wollten (und zwar von Anfang an)

      besonders mies war die Rolle der linken „Magistrati“ wie Casson, die ihr Amt missbrauchten, um Politik zu machen.

      dass Cassons Ermittlungen zu keinen Ergebnissen führten, lag daran, dass es dafür keinerlei handfeste Beweise gab.

      aber Leute wie Ganser & Co. stört so etwas nicht:

      wenn es keine Beweise gibt, beweist es erst recht, dass es eine Verschwörung gab und alle Beweismittel unterdrückt wurden.

  6. Hamilton gegen Jefferson: Wider die Spinner, die das Internet unsicher machen | Nachrichtenbrief Says:

    […] Putin stehen oder das kapitalistische Finanzsystem hinterfragen; wenn Rechte linke Propaganda nachplappern; die Spinner, deren Horizont vom Kopp Verlag und pubertierenden Bloggern geprägt ist; – verlohnt […]

  7. Vor 30 Jahren in Wien und Rom | Aron Sperber Says:

    […] eine angeblich rechte Urheberschaft zuweisen konnte, von Italiens Intelligenzija ein regelrechter Opferkult betrieben wurde, passte ein Anschlag mit jüdischen Opfern und linken Palästinensern als Tätern […]

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