Ulrike Meinhofs iranischer Genosse

Mitte der 60iger Jahre geriet Bahman Nirumand nach der Gründung der militanten marxistisch-leninistischen Terrorgruppe “Goruhe Kadreh“, die als Stadtguerilla in den iranischen Städten dienen und den Antiimperialistischen Kampf im Iran aufnehmen sollte, in Konflikt mit dem Shah-Regime und flüchtete nach Deutschland. Er ist ein Anti-Iraner und geistiger Brandstifter der ersten Stunde. Dieses wertlose Buch war Vorlage für viele Zeitungsartikel über den Iran. Gerne wird dieser Verräter auch heute noch von ZDF und ARD zu Politdiskussionen eingeladen und dort erlaubt sich dieser Anti-Iraner für die Exiliraner in Deutschland zu sprechen.

(Parse und Parse)

Während Nirumand den Schah bedingungslos verteufelt hatte, verharmlost der angebliche Dissident das heutige Regime mit fast der gleichen propagandistischen Energie.

Dass Bahman Nirumand von seinen alten 68er-Genossen immer noch hofiert wird, ist keine Überraschung.

Warum der von mir sehr geschätzte Christian Ortner Werbung für seine Propaganda macht, kann ich nicht verstehen.

Ulrike Meinhofs Genosse hatte durch seine Propaganda gegen den Schah wesentlich zur Radikalisierung der deutschen 68er-Bewegung beigetragen. Die tödlichen Schüsse eines Polizisten (der sich nunmehr als Stasi-Agent entpuppt hat) auf einen Demonstranten bei einer Anti-Schah-Demo wurden als Rechtfertigung für den Beginn des linksradikalen Terrors herangezogen.

1968 beabsichtigte Nirumand zusammen mit seinem Freund Rudi Dutschke einen AFN-Sendemast zu sprengen, was u. a. an der Verweigerung der Unterstützung durch ihren Saarbrücker Genossen Franz Josef Degenhardt scheiterte.

Das von ihm 1967 verfasste Werk Persien, Modell eines Entwicklungslandes oder die Diktatur der Freien Welt und die darin enthaltene Propaganda waren der geistige Boden für den Sturz des Schah.

1979 kehrte er noch vor der Gründung der Islamischen Republik in den Iran zurück.

In seiner Analyse hatte er sich, was den Willen zur Macht der Mullahs betraf, allerdings schwer verschätzt.

Als die iranische Revolution begann, ihre marxistischen Kinder zu fressen, flüchtete jedoch keiner der kleinen Antiimperialisten in einen sozialistischen Bruderstaat, sondern man bevorzugte als Exil den imperialistischen Westen, wo auch schon oft die eigenen (bürgerlichen) Eltern warteten.

Nach dreijährigem Aufenthalt im Iran ging Nirumand zunächst nach Paris, da man ihm die Einreise in die Bundesrepublik zunächst verweigerte, und anschließend wieder nach Berlin.

Im westlichen Exil haben viele alte iranische Marxisten – zumindest aus der Ferne – ihren Frieden mit dem Regime geschlossen. Es ist allerdings auch leicht, die antiimperialistischen Ideale hochzuhalten, indem man sich der sozialistischen oder islamistischen Realität durch ein Exil im bösen Westen entzieht.

Advertisements

Schlagwörter: ,

6 Antworten to “Ulrike Meinhofs iranischer Genosse”

  1. Thomas Holm Says:

    Assad muss bleiben – KOMMENTAR VON BAHMAN NIRUMAND
    http://www.taz.de/Debatte-Zukunft-Syriens/!98899/ dito
    http://de.qantara.de/Assad-muss-bleiben/19631c20881i0p96/

    Für den Westen dagegen darf keine Pragmatik gelten:

    http://de.qantara.de/Rueckkehr-zu-den-eigenen-Prinzipien/20428c22362i0p143/index.html

    Das anti-zivilisatorische Ressentiment der Linken wird daran deutlich, wem sie es zugestehen, Interessen zu haben und wem nicht.

    • aron2201sperber Says:

      Danke für die Hinweise

      an Herrn Nirumand geht mir vor allem auf die Nerven, dass er zwar als großer Kritiker des Westens auftritt, selbst jedoch die Freiheiten des Westens gerne konsumiert.

      wie die westdeutschen Linksradikalen, die auch die BRD bekämpft hatten, statt in die DDR zu gehen, um am Aufbau des realen Sozialismus mitzuwirken.

      was hindert den Iraner Nirumand in den Iran auszuwandern, wenn er den Westen so ablehnt?

      soll er sich doch selbst auch der Unfreiheit des iranischen Regimes unterwerfen, wenn er es seinen Landsleuten ebenfalls zumutet.

  2. Thomas Holm Says:

    „was hindert den Iraner Nirumand in den Iran auszuwandern, wenn er den Westen so ablehnt?“

    Bestimm nur reiner Familiensinn:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mariam_Lau „ist die Tochter des iranischen Publizisten und Autors Bahman Nirumand, …
    verheiratet mit Jörg Lau, früher ebenfalls bei der taz, heute ebenfalls bei der Zeit“

    wp über BN:

    „sein Onkel war vor dem Zweiten Weltkrieg Konsul an der iranischen Botschaft in Berlin. Nirumand wurde im Alter von vierzehn Jahren von seinen Eltern nach Deutschland geschickt, um dort sein Abitur zu machen. Er besuchte in Deutschland eine Waldorfschule.
    Nach seinem Abitur studierte Nirumand in München, Tübingen und Berlin Germanistik, Philosophie und Iranistik. 1960 promovierte er an der Universität Tübingen über Probleme der Verpflanzung des europäischen Dramas in die neupersische Literatur.“

    Von der Kritik der Verpflanzung des europäischen Dramas in neupersische Modernisierungsansätze zu einer Status-quo-Apologie im Sinne von Gazprom ist schon ein beachtlicher intellektueller Weg.

    Hätten seine Eltern ihn mit 14 in die DDR geschickt, wäre er wohl noch klüger geworden.

  3. Grausliche Proleten, schönes Weltproletariat | Aron Sperber Says:

    […] Im Iran wurden die Linken auch schnell von der eigenen Revolution gefressen. […]

  4. Neues Proletariat, neues Glück? | Aron Sperber Says:

    […] Iran wurden die linken Kinder schnell von der eigenen Revolution […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: