Die Stasi und der Startschuss zum Terror

Berlin – 47 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Berliner Studenten Benno Ohnesorg durch eine Polizeikugel ist dessen Todesschütze, Karl-Heinz Kurras, gestorben.

2009 kam dann heraus, dass Kurras neben seinem Polizeijob jahrelang für das DDR-Ministerium für Staatssicherheit spioniert hatte: Als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) „Otto Bohl“ lieferte er Interna aus dem Westberliner Polizeiapparat an seine Führungsoffiziere im Osten.

Der damals aufgekommene Verdacht, Kurras könne den Studenten Ohnesorg womöglich im Auftrag Ostberlins getötet haben, um die Bundesrepublik zu destabilisieren, konnte bis heute nicht erhärtet werden.

(Spiegel)

Ob die Stasi einen expliziten Auftrag gegeben hatte, ließ sich zwar aus der Aktenlage nachträglich nicht mehr nachweisen.

Dass sie Ohnesorgs Tod für eine die westdeutschen Studenten radikalisierende Kampagne genutzt hatte, steht außer Zweifel:

Bei vollem Bewußtsein, dass es sich bei Kurras um ihren eigenen Mann gehandelt hatte, verfolgte die Stasi höchst erfolgreich eine “Strategie der Spannung”.

Kein Wunder, dass man bei der Anprangerung einer angeblichen “Strategie der Spannung” durch westliche Geheimdienste stets so viel Phantasie zeigte:

Offenbar hatte man damit genug “praktische Erfahrungen”.

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9 Antworten to “Die Stasi und der Startschuss zum Terror”

  1. aron2201sperber Says:

    Der Mann, den die studentische Linke damals als Paradebeispiel des autoritären Deutschen gegeißelt hatte, als typischen Vertreter der repressiven Bundesrepublik, war in Wahrheit ein Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR. Der vermeintliche „Faschobulle“ ein strammer Kommunist? Eine Katastrophe für viele Altlinke: Mit einem Schlag waren die Anhänger der Studentenbewegung von einst um eines ihrer prominentesten Feindbilder gebracht worden.

    http://www.spiegel.de/einestages/tod-von-karl-heinz-kurras-offene-fragen-im-fall-benno-ohnesorg-a-1019074.html#ref=plista

    tatsächlich haben die meisten Alt-Linken die große Katastrophe mit einem gleichgültigen Achselzucken ausgestanden.

    wäre herausgekommen, dass Kurras ein CIA-Mann gewesen wäre, hätte es mit Sicherheit eine gründliche Aufarbeitung gegeben.

    man bedenke, wie viel Aufwand betrieben wurde, um die Verräterin Verena Becker vorzuführen, obwohl es sich um einen RAF-Mord gehandelt hatte, bei dem es wohl ziemlich egal war, wer den Abzug betätigte:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/05/14/der-verraterin-wird-der-prozess-gemacht/

    so ist man froh, dass Kurras endlich abgetreten ist und das Kapitel ohne großen Lärm beendet werden konnte.

  2. Olaf Says:

    Wer im eingemauerten West-Berlin nicht gegen die Russen, sondern gegen die Amis demonstriert, der muß ein verlogener Kommunist sein. Diese deutschen 68er waren und sind Abschaum. Die amerikanischen 68er hingegen, die gegen ihre Einberufung in den Vietnam-Krieg gekämpft haben, kann man verstehen, zumal es auch einige Exzesse der Regierung gab, unter Ronald Reagan in Kalifornien oder in Ohio

    • aron2201sperber Says:

      der DDR-Flüchtling Dutschke wollte ausgerechnet im vom Ostblock umzingelten West-Berlin eine freie Räte-Republik gründen.

      wie lange, die dann tatsächlich frei geblieben wäre, kann man sich ausrechnen.

      Dutschke war entweder ein Vollidiot oder ein Agent.

      wahrscheinlich war er einfach ein nützlicher Vollidiot für die DDR, der als getöteter Märtyrer sogar noch wertvoller gewesen wäre.

      zaghaft wird das Thema mittlerweile aufgearbeitet:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/08/07/terrorismus-lugen/

      http://www.amazon.de/Die-inszenierte-Revolte-Hinter-Kulissen/dp/3776626445

      • Olaf Says:

        Ich hatte mal einen Geschichtslehrer, der stammte aus der DDR, der meinte auch, dass Dutschke ein Agent gewesen sei. Dutschkes Auftreten zeigte, dass er geschult gewesen sei in Agitation und Propaganda. Ein Sohn von ihm macht ja jetzt im konservativen Dänemark Politik, der scheint weit vom Stamm gefallen zu sein, während sein jüngerer Sohn bei der Linken in Berlin angeheuert hat und die Multi-Kulti-Hölle unterstützt.

      • aron2201sperber Says:

        ich glaube auch, dass er für die Aufgabe geschult worden war – ich glaube aber auch, dass man ihm eine gewisse Freiheit und damit die Illusion der Unabhängigkeit ließ – als reiner Agent hätte er sich nie so ins Zeug gelegt und der Cheguevarismus-Zauber hätte nicht funktioniert

  3. Olaf Says:

    Die 4 Toten in Ohio waren übrigens alle deutschstämmig, darunter eine Jüdin.

  4. Warum Putin weitermorden muss | Aron Sperber Says:

    […] Nach westlichen Maßstäben ist ein Mord an einem kleinen Oppositionellen tatsächlich nutzlos und wäre sogar kontraproduktiv. […]

  5. Idiot oder Agent? | Aron Sperber Says:

    […] So behielt jedoch Benno Ohnesorg seine Rolle als oberster Märtyrer. Mittlerweile weiß man für wen Ohnesorgs Mörder wirklich arbeitete. […]

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