Sieg der urbanen Weltoffenheit?

 

New York und Los Angeles haben sich diesmal gegen Texas und Alaska durchgesetzt.

Doch wofür steht das blaue Amerika eigentlich?

Kultur, Mobilität und Weltoffenheit – lauter Dinge, die mir auch sehr sympathisch sind.

Aufgeklärte Europäer identifizieren sich scheinbar besonders gerne mit diesen Werten.

George W. Bush, der schießwütige und stinkreligiöse Cowboy aus Texas schien das komplette Gegenteil davon darzustellen.

Nur wird Amerika von Osama Bin Laden nicht wegen seiner Religiosität, seiner SUVs, seiner Country Music oder seiner Waffengesetze gehasst.

Auch Ölscheichs und Ölmullahs benutzen gerne Waffen und fahren fette Autos.

Der Westen wird nicht wegen seiner Konsumlust abgelehnt, sondern wegen seiner Gottlosigkeit.

Das rote Amerika mit seinen traditionellen Werten müsste sowohl den Ölmullahs als auch Osama Bin Laden wesentlich näher stehen als das blaue Amerika.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Anschläge von 9/11 nicht in Texas, sondern in Manhattan stattgefunden haben.

Das rote Amerika ist jedoch wesentlich bereiter, für die amerikanischen Werte einzutreten als das blaue Amerika.

Zumindest im Moment noch.

Bei den Republikanern hat es immer auch starke Tendenzen gegeben, sich gegenüber der Welt zu isolieren. Geostrategisch wäre das für die Amerikaner auch wesentlich leichter möglich als für uns Europäer. Der Präsidentschaftskandidat Ron Paul war ein überzeugter Gegner des Irakkriegs. Er hat einen Ausblick gegeben, wofür die Republikaner in Zukunft wieder stehen könnten.

Wer könnte in so einem Fall die Amerikaner beim Eintreten für unsere universellen Werte ersetzen?

Mit Sicherheit nicht wir Europäer.

Am Balkan haben wir sofort nach dem Sheriff gerufen.

Wir sind nicht einmal bereit, die säkulare Türkei zu unterstützen (auch wenn wir einer Kopftuch-Türkei niemals erlauben würden, der EU beizutreten)

Von einer starken Rolle im Nahostkonflikt und einer klaren Position gegenüber dem Iran ganz zu schweigen

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9 Antworten to “Sieg der urbanen Weltoffenheit?”

  1. Friedensprozess nur Blah Blah? « Aron Sperber’s Weblog Says:

    [...] wird es verdammt schwierig werden. Leider gibt es keine Garantie, dass die USA für immer loyal bleiben werden. Von Europa (wohin orientalische Judenfeinde wie Ahmadinejad die Juden [...]

  2. C.P. Says:

    “Der Westen wird nicht wegen seiner Konsumlust abgelehnt, sondern wegen seiner Gottlosigkeit.”
    Das ist eine recht apodiktische Behauptung, nicht?
    Der Hass auf Amerika dürfte doch aufs Engste mit demjenigen auf Israel verbunden sein; und die immer wieder heruntergespulten Tiraden gegen Israel als “künstliches Gebilde” weisen doch in eine andere Richtung: Die westliche Moderne dürfte wohl exakt dort abgelehnt werden, wo sie mit Künstlichkeit, Virtualität, Abstraktheit identizifiert wird, hingegen dort nicht, wo das nicht so einfach zu bewerkstelligen ist; zu letzterem aber gehören selbstverständlich die äußerst konkreten Sachen, wie sie Gebrauchsgegenstände nun einmal darstellen, die im partikularen Kampf gegen den Universalismus des Westens gern als Waffen eingesetzt werden. Das war übrigens nicht immer – der Reformislam bis zu Qudb mochte Technikkrempel nämlich ganz und gar nicht gern.

    Dass der radikalste theoretische Verfechter eines reinen Islam gerade dazu aufrief, sich aller Mittel für den Djihad zu bedienen, bestätigt die These.

  3. aron2201sperber Says:

    glaube schon, dass es säkulare Errungenschaften wie die Emanzipation der Frauen oder der Homosexuellen sind, vor denen sich die Islamisten besonders bedroht fühlen

    man braucht sich nur das iranische Strafgesetzbuch anschauen und sieht, was besonders hart sanktioniert wird.

    Technik und insbesonderere die Kombination von Technik und Waffen werden hingegen richtiggehend verehrt. (siehe Iran)

    Relativisten projezieren jedoch die eigene konsumkritische Haltung in die islamistische “Dritte Welt-Bewegung”, weil ihnen der rebellische Gestus so gut gefällt – von den Inhalten her ist ein Noam Chomsky jedoch von Bin Laden wesentlich weiter entfernt als ein George W. Bush…

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2008/10/08/konvertiern-oder-chomsky-konsultieren/

  4. C.P. Says:

    Mir fehlt leider gerade die Zeit, werde mich aber noch weiter dazu äußern, wenn’s beliebt.
    Nur kurz noch, nämlich doch noch einmal unterm Gesichtspunkt o.g. These:
    Sofern die Mann-Frau-Dichotomie mit “Natürlichkeit” identifiziert wird – und das wird sie gewiss -, muss gleichgeschlechtliche Liebe natürlich aus geradezu vermöge eines diffusen Zwangs in die heimelig organische Welt hineinbrechend erlebt werden und aus der Sicht von Gemeinschaften, die nicht durch die Aufklärung hindurch gegangen sind sicherlich auch als abstrakt – und das wird es ja auch im Westen noch, wenn eben auch nicht mit dem Preis der Abschlachtung von Schwulen, glücklicherweise; die religiöse Rechtfertigung für antihomosexuelle Gewaltakte ist, analytisch gesehen, wohl eher eine Verschleierung, zumindest mag die sakrale Begründung historisch vorgängig gewesen sein, ihr Charakter dürfte sich aber verändert haben; gleiches gilt für die Frauenemanzipation.

    Dem Projektionsargument stimme ich zu; allerdings ist die Projektion eben nur Mittel, nicht Ursache; letztere muss tiefer legen.

  5. aron2201sperber Says:

    es beliebt natürlich!

    aber kleiner tipp: versuche kürzere Sätze zu bilden – sonst wird es zu kompliziert, die sicher interessanten Gedankengänge zu verstehen

  6. Der internationale Hollywood-Strafgerichtshof « Aron Sperber's Weblog Says:

    [...] niemand verachtet heute den Sheriff mehr als das antirepublikanische [...]

  7. Eine Welt ohne Sherrif « Aron Sperber's Weblog Says:

    [...] hat sich eine Welt ohne Sherrif gewünscht, und sich stattdessen nach einem Weltenlenker der schönen Worte [...]

  8. Eine Welt ohne Sheriff « Aron Sperber Says:

    [...] hat sich eine Welt ohne Sheriff gewünscht, und sich stattdessen nach einem Weltenlenker der schönen Worte [...]

  9. Konservative ohne Vergangenheit « Aron Sperber Says:

    [...] westlichen Werte über einen schwarzen US-Präsidenten gefreut habe, hätte ich ihn nicht gewählt, da Obama meiner Ansicht nach jene Werte schwächt. Genauso würde ich in Europa keine [...]

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