Archive for the ‘USA’ Category

Antiamerikanisch wegen Bush?

Mai 15, 2015

Eine Woche lang sah sich der mögliche republikanische Präsidentschaftskandidat herber Kritik ausgesetzt, jetzt ergreift er die Flucht nach vorn: “Aus heutiger Sicht hätte ich den Befehl zum Einmarsch in den Irak nicht gegeben”, sagte Jeb Bush am Donnerstag bei einer Bürgerveranstaltung in Tempe, Arizona.

(Spiegel)

Bushs überambitioniertes Demokratie-Projekt im Irak mag ein strategischer Fehler gewesen sein.

Warum die Absetzung eines miesen arabischen Diktators von den Europäern als unmoralische Sünde verurteilt wurde, ist angesichts der europäischen Geschichte allerdings nicht ganz nachvollziehbar.

Dass die Welt unter einem amerikanischen Friedens-Präsidenten sicherer geworden wäre, kann man wohl auch nicht behaupten.

Am Ende der Bush-Ära waren die Flüchtlingsströme nach Europa so niedrig wie schon lange nicht, am Ende der Obama-Ära sind sie so hoch wie schon lange nicht.

Europa hat sich zwar eine Welt ohne Sheriff gewünscht – eine Alternative zu ihm hat man jedoch nach wie vor nicht.

Bush

Von Bushs Politik wurde stets behauptet, sie mache die USA rassistischer und islamophober.

Dass die Amerikaner nur wenige Jahre nach 9/11 einen Mann mit afrikanischem Vater und einem arabischen Namen zu ihrem Häuptling gewählt haben, beweist, wie ungerecht und falsch die Vorwürfe gegen die amerikanische Politik der Bush-Ära waren.

Die Behauptung, man sei gar nicht “antiamerikanisch”, sondern kritisiere lediglich die Politik der Bush-Administration, wurde von den USA-Hassern während der Obama-Ära permanent widerlegt.

Lieblings-Feind

Dezember 9, 2014

Endlich erhält der Spiegel wieder einmal die Gelegenheit, eine tendenziöse Schlagzeile gegen sein altes Lieblings-Feinbild zu produzieren:

Bericht zu US-Verhörmethoden: Bush dankt CIA-Mitarbeitern für ihre Folterarbeit

Hätte Obama ein 9/11 zu stemmen gehabt, hätte er sich seine Hände wohl auch etwas dreckiger machen müssen.

Im Gegensatz zu Obama stellt sich Bush vor die Leute, die für ihn die besonders schmutzige Arbeit erledigen mussten.

Von Bushs Politik wurde stets behauptet, sie mache die USA rassistischer und islamophober.

Dass die Amerikaner nur wenige Jahre nach 9/11 einen Mann mit afrikanischem Vater und einem arabischen Namen zu ihrem Häuptling gewählt haben, zeigt, wie ungerecht und falsch die Vorwürfe gegen die amerikanische Politik der Bush-Ära waren.

Bushs überambitioniertes Demokratie-Projekt im Irak mag ein Fehler gewesen sein, Obamas verantwortungsloses Nichthandeln in Syrien hat jedoch bereits wesentlich mehr Menschen das Leben gekostet.

Am Ende der Bush-Ära waren die Flüchtlingsströme nach Europa so niedrig wie schon lange nicht, am Ende der Obama-Ära sind sie so hoch wie schon lange nicht.

Europa hat sich eine Welt ohne Sheriff gewünscht – eine Alternative zu ihm hat man jedoch nach wie vor nicht.

Die Weltbösewichtee

November 4, 2014

Dass es in den USA keine staatliche Krankenversicherung gibt, weiß die Reporterin nicht. Auch weiß sie nicht, dass mit „being out of control“ in den USA die Bürokratie, der Staatsapparat gemeint ist, den man zurückdrängen will. Dass Obama keine Arbeitslosigkeit von „über zehn Prozent geerbt“ hat, sondern von unter acht Prozent, ist ihr auch nicht bekannt.

Was sie allerdings weiß, ist, dass die Tea Party „radikal” ist. Und sie weiß, dass es die Republikaner sind, die eine „Blockadepolitik“ betreiben. Genauer gesagt weiß sie dies nicht, sie wiederholt nur die Slogans, die in ihrem Milieu verbreitet werden, und gibt dies an den deutschen Demokratieabgaleister weiter, der dies, wenn er es nur allzu oft hört, auch glaubt.

(Die Achse des Guten)

Die Pharisäer von der Tea-Party erpressen Jesus Obama und stürzen dabei die ganze Welt ins Unglück.

So erzählen es uns zumindest die meisten Leitmedien.

Andere Sichtweisen grenzen im frommen Europa schon an Ketzerei.

Im privilegierten Ghetto

August 20, 2014

Eine stille Wut brodelte in Malcolm. Friedlicher Bürgerrechtsaktivismus, befand er am Morgen unserer Abfahrt, sei gescheitert: “Vielleicht ist es Zeit, dass wir Afroamerikaner uns rächen.” Meine fast beiläufige, lahme Reaktion: Gewalt ist keine Antwort.

Worauf mein Partner erst recht hochging. Er sprach von “White Privilege”, von weißer Ignoranz und Arroganz, nannte meine Reaktion abschätzig, verständnislos, billig.

Ich war entsetzt über das Etikett “White Privilege”, hatte das noch nie gehört, nicht auf mich bezogen. Wo die USA doch seit Jahrzehnten meine Wahlheimat sind und ich mich gerne für “farbenblind” halte – in meiner Überheblichkeit. Der Vorwurf der Ignoranz schien mir abschätzig.

(Marc Pitzke)

Doch dann passiert das Unerhörte, das Pitzke schlagartig zu seinem Glauben an die Weiße Schuld zurückführt:

Sein schwarzer Freund kassiert von einem weißen Polizisten einen Strafzettel wegen eines Verkehrsdelikts.

Zufall? Bedeutungslos? Was für mich eine banale Verkehrskontrolle war, war für meinen Partner eine persönliche Verletzung, die gleichzeitig tief in die Geschichte hineinführt. Ähnlich wie der Fall Michael Brown: Ferguson ist, wie er mir später erklärte, das Spiegelbild seines eigenen Traumas. Jener “alltäglichen Furcht” vor dem wahllosen “death by cop”, die alle Afroamerikaner verfolgt.

Das Risiko, einem Cop zum Opfer zu fallen ist zwar in der Realität wesentlich geringer als das Risiko, von einem schwarzen Bruder ermordet zu werden.

Erst recht, wenn man in einem schwarzen Ghetto wie Ferguson mit seinem weißen Boy-Friend unterwegs wäre.

Wenn man im privilegierten New Yorker Schwulen-Ghetto lebt, gehen einem jedoch leicht die Relationen verloren.

Europäische Verhältnisse in Ferguson

August 19, 2014

In einem amerikanischen Ghetto geht es rund.

In Europa könnte so etwas natürlich nie passieren:

http://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_Frankreich_2005

http://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_England_2011

http://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_Stockholm_2013

Es folgt die übliche Berichterstattung über den “institutionellen Rassismus” der USA, an dem auch die Wahl eines schwarzen Präsidenten nichts zu ändern vermochte:

Browns Tod hat in der Kleinstadt etwas aufbrechen lassen, was unter der Oberfläche wohl schon länger brodelte. Zwei Drittel der gut 20.000 Einwohner sind schwarz, aber nur drei von 53 Polizisten. In Browns Tod sehen viele einen Fall von institutionellem Rassismus.

(Spiegel)

In Amerika gibt es nicht einmal 10 % Schwarze und trotzdem ist ein Schwarzer zum Präsidenten gewählt worden.

In Obamas Wahl könnte man nach der Spiegel-Logik daher ebenfalls eine Form von institutionellem (wenn auch verdrehtem) Rassismus sehen.

Dass bei solchen Krawallen nie den Tätern, sondern sonstwem die Schuld zugewiesen wird, ist allerdings eine Form von klassischem Rassismus, da den Tätern nicht einmal die Verantwortlichkeit für ihr eigenes Handeln zugetraut wird.

Jeder auf der Terrorliste?

August 6, 2014

Wieder einmal folgen sämtliche Medien einer Kampagne des Snowden-Anwalts und empören sich über die “Überwachungswut” der amerikanischen Geheimdienste:

Die am Dienstag auf The Intercept veröffentlichten vertraulichen Dokumente zeigen, dass die USA mindestens 680.000 Menschen auf einer Terrorist Screening Database (TSDB) genannten Liste als „bekannte oder mutmaßliche Terroristen“ führen. Davon seien 280.000 Menschen aber gar keiner als Terrororganisation eingestuften Gruppierung wie Al-Kaida, Hisbollah oder den Taliban zugehörig.

Vergangenen Monat hatte The Intercept berichtet, wie leicht Menschen ins Visier der US-Terrorfahnder geraten können. Bereits ein nicht näher zu begründender „angemessener Verdacht“ reicht demnach aus, um auf die Liste potenzieller Extremisten gesetzt zu werden.

(ORF)

Wenn bei einer Weltbevölkerung von 7 Milliarden weniger als 700.000 auf die weltweite Terrorliste geraten, so trifft dies etwa jeden Zehntausendsten.

Wer keiner offiziellen Terrororganisation (wie Al Qaida, Al Shabab, Boko Haram) angehört (Muslimbrüderschaft, NPD, NSU gehören beispielsweise nicht dazu), hat lediglich ein Risiko von 1 : 30.000.

Allein in Deutschland hat der Verfassungsschutz hingegen 10.000 Rechtsextreme, 25.000 Linksextreme und 35.000 Islamisten beobachtet und als gewaltbereit eingestuft.

Bei einer Einwohnerzahl von 80 Millionen ist dies jeder Tausendste.

Demütigung für Amerika

Juli 10, 2014

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble nannte das Agieren der Amerikaner gestern Abend eine „Dummheit“.

Zwar hätte Deutschland ohne die Partnerschaft mit US-Geheimdiensten viele Terrorbedrohungen nicht abwehren können, sagte er nach Angaben des Senders Phoenix. Das heiße aber nicht, „dass die Amerikaner drittklassige Leute bei uns anwerben dürfen. Das ist so was von blöd, und über so viel Dummheit kann man auch nur weinen. Deswegen ist Kanzlerin Angela Merkel da auch ‚not amused‘“, so Schäuble weiter.

Schäuble hat leider vollkommen recht.

Ein Typ, der sich selbst bei der Botschaft meldet und lediglich eine Hilfskraft ist, bringt – außer dem Risiko erwischt zu werden – wohl gar nichts.

Wenn die CIA so einem Typen tatsächlich zwei Jahre lang bezahlt haben sollte, ist das ein absolutes Armutszeugnis.

Merkels Handy abzuhören oder Verräter von befreundeten Geheimdiensten zu finanzieren, ist selbstschädigendes Verhalten.

Die peinliche Spionage-Affäre stellt nicht für Deutschland, sondern für Amerika eine demütigende Blamage dar.

Augsteins Beitrag ist daher wieder einmal die pure Heuchelei:

Oops! Und sie haben uns schon wieder gedemütigt. Oh, baby, baby! Sie haben mit unserem Herzen gespielt. Wir hielten es für Liebe. Aber das war ein Fehler. Die bittere Wahrheit ist: Zwischen den Amerikanern und uns besteht ein Herr-Hund-Verhältnis.

(Spiegel)

Der linke Unsinn des Spiegel-Erben kommt beim Spiegel-Forum meistens nicht so recht an.

Wenn Augstein die USA basht und Israel „kritisiert“, klopft ihm das Spiegel-Forum jedoch anerkennend auf die Schulter.

Schwindende Panikmacher

Mai 9, 2014

Starker Tobak – und doch im Trend: Amerikas schwindende weiße Mehrheit begehrt auf gegen die gesellschaftlichen Umwälzungen, die sich nicht zuletzt in den Ergebnissen der vergangenen Präsidentschaftswahlen offenbart haben.

(Spiegel)

Wer behauptet, dass die europäische Mehrheit schwinde, wird von Pitzke & Co. gerne als “rassistischer Panikmacher” hingestellt.

Sobald die “gesellschaftlichen Umwälzungen” wie in den USA zur Realität geworden sind, werden die ehemaligen “Panikmacher” für ihr “Schwinden” auch noch verhöhnt.

Egal wen die Amerikaner zum Präsidenten wählen, sie bleiben im “Alltag” immer die schlimmsten “Rassisten”:

Auch ignoriert Fortgang den oft noch fest institutionalisierten Rassismus in Wirtschaft, Gesellschaft und Justiz. “Ertappte” oder offene Rassisten dienen da nur als groteske Medien-Sideshows: NBA-Teamchef Donald Sterling, Südstaaten-Starköchin Paula Deen, der von “Negern” faselnde Rancher Cliven Bundy.

Im Alltag zeigt sich Rassismus überall.

Hat irgendeine Privatperson in irgendeinem Privatgespräch irgendetwas Politisch Unkorrektes gesagt, wird es gleich als Beweis für den Alltags-Rassismus einer ganzen Bevölkerungsgruppe gewertet.

Wenn es um “Rassismus” geht, werden auch private Gedanken und Gespräche zu Verbrechen, die entsprechend geahndet werden müssen.

Allerdings nur wenn es sich bei den Tätern um “Weiße”, am besten “Rancher” oder “Starköchinnen aus den Südstaaten” handelt.

Beliebtester Präsident, verhassteste USA

April 27, 2014

Nie hatte ein amerikanischer Präsident in Europa so viel Zustimmung wie Obama.

Trotzdem ist Amerika heute sogar noch unbeliebter als unter Bush.

Antiamerikaner bleiben Antiamerikaner, aber unter Obama verliert Amerika auch die Proamerikaner.

Für diejenigen, die angesichts der Probleme wie Islamisierung und Terror eine starke Leadership wollen, hat die USA mit Obama stark an Attraktivität eingebüßt.

War PI-NEWS in den Bush-Jahren noch “proamerikanisch”, wird heute Putinismus gepredigt.

Dass Putin auch andere alte PI-NEWS-Ideale wie “Grundgesetz” und “Menschenrechte” nicht im Programm hat, kommt den Kewilisten ohnehin sehr gelegen.

Putin hat zwar bei den Mainstream-Medien etwas von der Bösewicht-Rolle der USA abbekommen, gleichzeitig wird er jedoch als Mann der Tat ernst genommen.

Tatsächlich ist es heute so, dass man sich besser an Putin hält, wenn man wie Israel Probleme in der Nachbarschaft hat.

Friedlicher ist die Welt unter einem schwachen Obama und einem starken Putin keineswegs geworden.

Je schwächer Obama sich zeigt, desto mehr stachelt er Putin dazu an, alle “roten Linien” zu überschreiten.

“Fuck the EU”

Februar 7, 2014

Angela Merkel ist empört über die US-Diplomatin Victoria Nuland. Deren abfällige Äußerung “Fuck the EU” im Zusammenhang mit der europäischen Ukraine-Politik verurteilt die Kanzlerin scharf. Gleichzeitig verteidigt sie die EU-Außenbeauftragte Ashton.

Dabei hat die Amerikanerin nur ausgesprochen, was auch viele Europäer denken.

Die Mehrheit der Europäer will Wohlstand, geschützte Außengrenzen und keinen Sozialtourismus innerhalb der Mitgliedstaaten.

Wenn die EU nicht mehr den Eindruck erwecken kann, zum Wohle ihrer Bürger beizutragen, sondern als undemokratisches sozialistisches Technokraten-Regime wahrgenommen wird, werden bei den kommenden Wahlen viele Europäer “Fuck The EU” wählen.


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