Habe am Freitag im Radio HC Straches Rede bei der Anti-Moschee Demo gehört. Er zitierte dabei Salman Rushdie, Necla Kelek und Ulrike Ackermann und schien ein kompetenteres Verständnis von der Gefahr des Islamismus zu zeigen als die meisten anderen Politiker, die aus Angst selbst als „rechts“ dazustehen, das Schmuddelthema Islam meiden.
Man überläßt dem rechten Hetzer Strache die Islam-Kompetenz, der damit wiederum seiner rassistischen Hetze einen staatstragend-seriösen Anstrich geben kann.
Wie wenig es den rechten Hetzern um die Gefahr des Islamismus geht, beweist die FPÖ am Sonntag mit dieser Anzeige, die von Bundeskanzler Faymann zu Recht als Schande bezeichnte wurde:

Mit dem Irak wolle man keine Grenze haben und nicht in den Nahostkonflikt hineingezogen werden (der ebenfalls an die Türkei angrenzende Iran bleibt interessanterweise unerwähnt)
Stattdessen hetzt man gegen die von der islamistischen Ideologie am meisten bedrohten demokratischen Staaten, obwohl Israel kein Beitrittskandidat ist, und die Türkei mit den Kopftuch-Islamisten von der AKP wohl auch keine Chancen auf einen Beitritt hätte.
Den FPÖ Heuchlern, die eine Türkei auf keinen Fall in der EU haben wollen, kommt der AKP-Islamismus somit sehr gelegen:
Die FPÖ will die Türken nicht in der EU haben, egal ob sie unsere Werte teilen oder nicht (dasselbe gilt im noch stärkeren Ausmaß für Juden). Der Kopftuch Islamismus ermöglicht eine saubere Trennung. Fehlt noch eine islamistische Türkei, in die man alle „islamistischen“ Türken (natürlich auch die Nichtislamisten) zurückschicken könnte. Die Nazis mussten die Juden noch zwingen, den Stern zu tragen – diese Aufgabe nimmt die AKP der FPÖ ab.
Mai 19, 2009 um 2:33 |
Danke!
Grüße
Bernd
Mai 19, 2009 um 2:35 |
Nachtrag: Die Nichterwähnung der „gemeinsamen Grenze“ mit dem Iran setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
Du hast Recht: Konsequenterweise hätte Stracha das erwähnen müssen, wenn er seine Linie durchzieht. Aber mit dem Iran flunkert er ja – da passt das alles nicht so recht ins Bild…
Mai 19, 2009 um 3:47 |
à propos Krone:
http://eisernekrone.blogspot.com/2009/05/werner-fayman-vs-die-realitat.html
immer wieder interessant zu lesen, was Nazi-Islamisten so denken…
Mai 19, 2009 um 5:47 |
und auch immer wieder erschreckend wie sehr sich links- und rechtsradikale Ansichten zum Thema Nahost ähneln:
http://antiimp.wordpress.com/
http://www.kommunisten.at/article.php?story=20090102104407255
http://www.tt.com/tt/tirol/story.csp?cid=2201846&sid=56&fid=21
http://de.altermedia.info/general/gehort-israel-demnachst-zu-europa-040509_27808.html
könnte noch x beispiele posten…
Mai 19, 2009 um 6:01 |
Eigentlich gibt es da in einem Punkt eine frappierende Kontinuität:
Eine Konstellation wie bei den Saalschlachten in der Weimarer Republik. Damals waren sich – logischerweise – alle spinnefeind, aber im Antisemitismus hatten sie ihre gemeinsame Schnittmenge, die sie jenseits aller Verschiedenheit einte.
Geschichte wiederholöt sich zwar nicht kongruent, aber bestimmte Phänomene tauchen in ihrer typischen Charakteristik immer wieder auf.
So auch heute.
Antisemitismus als verbindendes Element über alle Grenzen hinweg sozusagen….
Mai 19, 2009 um 6:28 |
glaube nicht, dass die Kommunisten der Weimarer Republik Antisemiten waren (viele waren selbst Juden) – genauso wie ich Chomsky, Finkelstein oder Uri Avnery nicht für Antisemiten halte – das sind für mich verblendete Menschen, die glauben wenn der „böse Westen“ stürzt, ein Paradies auf Erden entstehen wird.
aus Fehlern wird nicht gelernt:
Dass sich im Kampf um die Straße nicht sie, sondern die Nazis durchsetzten, oder in der UdSSR nicht Trotzki, sondern der brutale unideologische Machtmensch Stalin, der mehr Kommunisten ermorden ließ, als sonst irgendwer, am Ende gewann, gibt den linken Utopisten nicht zu denken.
wer es doch tut, ist ein „neokonservativer“ Verräter:
http://aron2201sperber.wordpress.com/2009/05/02/eine-weitere-abrechnung-mit-den-neocons/
Mai 19, 2009 um 7:02 |
Das sehe ich ausnahmsweise anders als du.
Die Tatsache, dass sich unter den Kommunisten (auch) Juden befanden, entlastet den Kommunismus nicht davon, dass er im Kern auch antisemitsch ist. allerdings gehe ich dabei vom theologischen Ansatz aus, nicht vom soziologischen, obwohl das auch reinspielt.
Zu den drei Personen, die du angesprochen hast.
Chomsky und Finkelstein halte ich schon für Antisemiten.
Verblendung trifft bei Avnery am besten zu, finde ich.
Mai 19, 2009 um 10:40 |
ist auch gut so, dass es verschiedene Sichtweisen gibt – den geistigen Einheitsbrei haben wir eh in den MSM…
Mai 20, 2009 um 10:30 |
[...] Nachdem bereits die Wahlkampfslogans “Abendland in Christenhand” plakatiert wurden, schaltete die FPÖ (mit Straches bekanntem Zahnpastalächeln und EU-Wahl Spitzenkandidaten Andreas Mölzer) nun ein völlig aus der Welt gegriffenes, hetzerisches und meiner Meinung nach anti-israelisches Inserat. Darin wird gegen einen EU-Beitritt der Türkei gewettert, der ohnehin die nächsten 10 Jahre nicht anstehen würde und vor einem EU-Beitritt Israels gewarnt. Nachdem ich die Boulevardtageszeitung “Krone” nicht lese, hier das viel kritisierte Plakat (via). [...]
Mai 22, 2009 um 12:19 |
[...] eine Anzeige, die keinen Zweifel mehr an der rassistischen Ideologie der FPÖ lässt. (hier [...]
September 1, 2009 um 7:29 |
[...] haben scheint, glaubt der ehemalige „Revolutionäre Marxist“ dem FPÖ-Parteichef HC Strache eine Antwort schuldig zu [...]
November 2, 2009 um 10:26 |
[...] Studenten“, “ Strache ist eben cool“ - Strache ist „fast besser als [...]